Seattle – Der Einsatz von Opioiden in der Schmerztherapie ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine unterschätze Gefahr bei älteren Patienten könnten Pneumonien sein. Eine Fall-Kontroll-Studie im Journal of American Geriatrics Society (2011; doi: 10.1111/j.1532-5415.2011.03586.x) weist vor allem auf ein erhöhtes Risiko nach der Verordnung von Opioiden hin, die das Immunsystem hemmen.
Ein ungünstiger Einfluss von Morphin und einigen verwandten Opioiden auf das Immunsystem ist seit längerem bekannt. So kann Morphin die Aktivität verschiedener Abwehrzellen mindern. In tierexperimentellen Studien steigert die chronische Gabe von Morphin die Anfälligkeit für Infektionen.
Auch die bekannte hohe Infektionsneigung von i.v.-Drogenabhängigen wird von Experten (auch) mit der immunsupprimierenden Wirkung der hochdosiert konsumierten Opiate in Verbindung gebracht. Belege für eine negative Auswirkung der Schmerztherapie mit Opiaten fehlen jedoch. Einen Hinweis liefert jetzt eine Auswertung von Versichertendaten durch das Group Health Research Institute aus Seattle.
In einer bevölkerungsbasierten Fall-Kontroll-Studie zeigen Sascha Dublin und Mitarbeiter, dass Patienten, die im Alter von 65 bis 94 Jahren an einer Pneumonie erkrankten, häufiger Opiate verschrieben worden waren.
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