Freiburg/Tübingen/Heidelberg – Knapp 1.000 Ärzte der Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg und Tübingen haben heute für mehr Lohn gestreikt. Die Mediziner legten jeweils für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. In Freiburg hätten sich etwa 500 angestellte Ärzte an dem Warnstreik beteiligt, teilte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund mit. In Heidelberg seien es etwa 150 und in Tübingen fast 400 Ärzte gewesen. Patienten mussten Einschränkungen hinnehmen. In München beteiligten sich rund 1.000 Mediziner an den Arbeitskampfmaßnahmen.
Wegen des Warnstreiks hätten in Freiburg mehrere Operationen verschoben werden müssen, sagte eine Sprecherin der Uniklinik. Von 46 Operationssälen seien lediglich neun bedient worden.
Auch in Tübingen und Heidelberg kam es den Streikleitern zufolge zu Einschränkungen. So hätten einige geplante Eingriffe in Tübingen verschoben werden müssen. In Heidelberg hätten mehrere Ambulanzen ab 12 Uhr für zwei Stunden ihre Türen geschlossen. Die Notfallversorgung sei jedoch an allen drei Unikliniken gewährleistet gewesen.
Notfallversorgung war gewährleistet Die Warnstreiks finden vor der nächsten Verhandlungsrunde des Marburger Bundes mit den in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) organisierten Arbeitgebern am Donnerstag (29. September) in Berlin statt. Die Ärztegewerkschaft fordert unter anderem eine lineare Steigerung der Gehälter um fünf Prozent.
Die Arbeitsbedingungen und Gehaltsperspektiven der Ärzte an den Universitätskliniken müssten deutlich verbessert werden, sagte der Erste Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbandes des Marburger Bundes, Josef Ungemach. Insbesondere die Vergütung der Arbeit in der Nacht müsse besser honoriert werden.
„Es kann nicht sein, dass die Ärztinnen und Ärzte an den Unikliniken hochqualifizierte Krankenversorgung erbringen und darüber hinaus noch forschen und lehren, aber trotzdem schlechter da stehen als ihre Kollegen an kommunalen Kliniken oder bei privaten Trägern“, kritisierte Ungemach.
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