Berlin – Die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK) fordert, die Richtgrößenprüfungen aus dem Sozialgesetzbuch zu streichen. Ziel ist, niedergelassene Ärzte vor finanziellen Rückforderungen bei der Verschreibung von Arzneimitteln zu schützen.
„Die Richtgrößenprüfungen sind unsachgemäß und bürokratisch, verursachen gigantische Aufwände bei den Prüfstellen von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen und insbesondere bei den zur Prüfung vorgesehenen Praxen“, kritisierten die FALK-Vorstände aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.
Die permanente Angst vor einer Prüfung und einem daraus eventuell resultierenden Regress stelle eine enorme psychische Belastung für alle Ärzte in Deutschland dar. „Dies ist auch einer der Gründe, warum es immer schwieriger wird, den Nachwuchs für eine Niederlassung zu begeistern“, erklärten die Vorstände der FALK-KVen. Statt nur von „Beratung vor Regress“ zu reden, solle Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nun auch handeln und die Prüfungen ersatzlos streichen.
Die sachgerechte Verordnung von Arzneimitteln gehört den KVen zufolge zu den Kernkompetenzen jedes Arztes. „Politik und Krankenkassen wären gut beraten, dies endlich anzuerkennen und die aus dem Misstrauen gegenüber der Ärzteschaft erwachsenen Richtgrößenprüfungen abzuschaffen“, so die Vorstände.
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