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Lebertrans­plantation: Bessere Prognose nach Lebendspende

Mittwoch, 28. September 2011

Charlottesville – Da die Lebendspende-Lebertransplantation die Wartezeit verkürzt, sind die Überlebenschancen der Patienten deutlich günstiger. Dies gilt nach einer US-Studie in Hepatology (2011; doi: 10.1002/hep.24494) auch vor dem Hintergrund des MELD-Scores, die die Verteilung der Organe neu geregelt hat.

Bei der Lebertransplantation ist der Bedarf an Spenderorganen seit einigen Jahren größer als das Angebot. Bei Eurotransplant standen Ende 2010 2442 Patienten auf der Warteliste 1606 postmortalen Spenderorganen im gleichen Jahr gegenüber. In den USA ist das Missverhältnis mit 18.000 gegenüber etwa 4.500 Lebertransplantationen noch höher.

Um die Organe besser zuzuteilen, hat die amerikanische United Network for Organ Sharing 2002 den „Model for Endstage Liver Disease“ oder MELD-Score eingeführt. Er soll sicherstellen, dass Patienten, die eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, auf der Leberwarteliste zu sterben, bevorzugt ein Organ zugeteilt bekommen. Eurotransplant hat den MELD-Score Ende 2006 eingeführt.

Der MELD-Score kann aber nicht verhindern, dass viele Patienten auf der Warteliste sterben. Die Transplantationszentren bemühen sich deshalb um Lebendspenden. Die Lebendspende wurde anfangs nur für Lebertransplantationen bei Kindern akzeptiert.

Inzwischen ist die Zahl der Operation bei Erwachsenen gestiegen. Eine Lebendspende ist für die Patienten ein Glücksfall, da sie die Wartezeit verkürzt. Nach einer jetzt von Carl Berg von der Universität von Virginia in Charlottesville vorgestellten Ergebnissen, haben die Empfänger deutlich bessere Überlebenschancen.

Berg wertete die Ergebnisse der Adult-to-Adult Living Donor Liver Transplantation Kohorte seit Einführung des MELD-Scores aus. An den neun teilnehmenden Zentren konnten bei bei 712 von 868 potenziellen Patienten eine Lebertransplantation durchgeführt werden.

Darunter waren 406 Lebendspende-Lebertransplantationen. Diese Patienten hatten in den 4,6 Jahren der Nachbeobachtung eine um 56 Prozent niedrigere Sterberate als die Patienten, die auf der Warteliste für ein postmortales Organ waren und es zum großen Teil später auch erhielten.

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Die Vorteile waren sowohl für Patienten mit einem hohem MELD-Score (und damit einer schlechten Überlebenschance auf der Warteliste), als auch für Patienten mit einem niedrigen MELD-Score vorhanden. Einzige Ausnahme bildeten Patienten mit hepatozellulärem Karzinom und einem niedrigen MELD-Score. Diese Patienten haben, wie Berg ausführt, keinen Vorteil von einer Lebendspende. © rme/aerzteblatt.de

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