Pfeiffer betont Vorzüge der elektronischen Gesundheitskarte
Donnerstag, 29. September 2011
TK
Berlin – Kurz vor der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) hat die Vorstandsvorsitzende GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, die Vorzüge des neuen Systems betont: „In den kommenden Jahren wird es möglich sein, dank dieser Karte die medizinische Versorgung besser und kostengünstiger zu machen“, sagte Pfeiffer am Donnerstag in Berlin.
Es sei gut, „dass es nach langer Vorbereitung jetzt tatsächlich losgeht“. Anfang Oktober erhalten die ersten Versicherten die neue elektronische Gesundheitskarte.
Besser sei diese deswegen, weil darauf in einigen Jahren beispielsweise Notfalldaten gespeichert werden könnten, sagte Pfeiffer. Kostengünstiger werde es unter anderem deshalb, weil die Krankenkassen die Versichertendaten online aktualisieren könnten und der Austausch von rund 15 Millionen Karten pro Jahr damit entfalle.
Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Carl-Heinz Müller, warnte dagegen die Krankenkassen davor, durch Alleingänge die Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte zu erschweren. „Es ist extrem ärgerlich, wenn die Krankenkassen jetzt ausscheren und als nächstes isoliert die Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten vorantreiben wollen. Dadurch gerieten wichtige Projekte für die Patienten ins Hintertreffen“, sagte Müller der Passauer Neuen Presse vom Donnerstag.
Er drängt darauf, schnell die Zusatzfunktionen der neuen elektronischen Gesundheitskarte umzusetzen. „Es ist wichtig, dass die Mehrwertanwendungen auch zeitnah kommen. Wir brauchen den Notfalldatensatz auf der Karte, der die Behandlung in akuten Fällen erleichtern würde“, sagte Müller. Der wahre Wert der Karte werde sich erst in Zukunft herausstellen.
Wichtig sei auch ist, dass die elektronische Fallakte eingeführt wird und damit die Kommunikation zwischen Ärzten und Krankenhäusern verbessert wird. Damit könnten gerade die wichtigen Ziele der Einführung der Karte, Doppeluntersuchungen und Doppelmedikation zu verhindern, umgesetzt werden.
Ab dem 1. Oktober geben die gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands die eGK aus. Die 153 Krankenkassen Deutschlands wollen insgesamt 69,5 Millionen Versicherte mit der eGK versorgen. 6,9 Millionen müssen bis zum 31. Dezember 2011 eine Karte besitzen. 130 Krankenkassen haben einen Antrag auf Zulassung ihrer Karte bei der Gematik gestellt, von denen 14 derzeit die Produktionsfreigabe erhalten haben.
Zunächst arbeitet die Karte nur im Offline-Modus und unterscheidet sich vorerst nur durch die lebenslange Versichertennummer und das Lichtbild des Patienten von der herkömmlichen Krankenversichertenkarte. Daher erhalten die Patienten auch keine PIN, da diese derzeit „niemand braucht“, erklärte GKV-Chefin Pfeiffer. Das aufgebrachte Foto für Versicherte ab einem Alter von 15 Jahren soll den Missbrauch des Kassensystems verhindern. Die Krankenkassen beklagen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe durch den „Kartenhandel am Bahnhof“, sagte der KBV-Vorsitzende.
Bernd Kowalski vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) betonte, das hohe Sicherheitsprofil der IT-Komponenten in der Telematikinfrastruktur gewährleiste ein nachweisbar hohes Datenschutzniveau. Das BSI prüfe kontinuierlich alle sicherheitsrelevanten Komponenten.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.