Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat zusammen mit der Bundesärztekammer (BÄK) am Freitag die Spendenaktion „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerungen und Verantwortung“ gestartet. Unterstützt wird die Aktion von mehr als 20 Verbänden der deutschen Ärzteschaft.
„Ziel ist es, den Opfern der Psychiatrie im Nationalsozialismus und deren Leid zu gedenken und darüber aufzuklären“, erklärte Frank Schneider, ehemaliger Präsident der DGPPN, beim Start der Spendenaktion in Berlin.
Mit den gesammelten Geldern soll unter anderem eine Ausstellung geschaffen werden, die über den Untergang mit psychisch kranken und geistig behinderten Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus informiert.
Zunächst soll die Ausstellung in Rahmen des „Stiftung Topografie des Terrors“ in Berlin zu sehen sein, und danach in verschiedenen Städten in Deutschland und Europa gezeigt werden. Ist der Erlös der Spendenaktion hoch genug, soll darüber hinaus eine Datenbank mit Namen und Schicksalen der Opfer sowie Biografien der Täter aufgebaut werden.
„Es ist unbestreitbar, dass die Ärzteschaft erst sehr spät begann, sich mit ihrer NS-Vergangenheit zu beschäftigen“, erklärte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. Dabei wisse man heute, dass 45 Prozent der Ärzte Mitglied der NSDAP waren.
„Ich finde es gut, dass sich nun, nachdem wir die Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben, die einzelnen Fachverbände mit ihrer Vergangenheit intensiver auseinandersetzen“, sagte Montgomery.
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