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Psychiatrie im Nationalsozialismus: Spendenaufruf für Gedenkausstellung

Freitag, 30. September 2011

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat zusammen mit der Bundesärztekammer (BÄK) am Freitag die Spendenaktion „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerungen und Verantwortung“ gestartet. Unterstützt wird die Aktion von mehr als 20 Verbänden der deutschen Ärzteschaft.

„Ziel ist es, den Opfern der Psychiatrie im Nationalsozialismus und deren Leid zu gedenken und darüber aufzuklären“, erklärte Frank Schneider, ehemaliger Präsident der DGPPN, beim Start der Spendenaktion in Berlin.

Mit den gesammelten Geldern soll unter anderem eine Ausstellung geschaffen werden, die über den Untergang mit psychisch kranken und geistig behinderten Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus informiert.

Zunächst soll die Ausstellung in Rahmen des „Stiftung Topografie des Terrors“ in Berlin zu sehen sein, und danach in verschiedenen Städten in Deutschland und Europa gezeigt werden.  Ist der Erlös der Spendenaktion hoch genug, soll darüber hinaus eine Datenbank mit Namen und Schicksalen der Opfer sowie Biografien der Täter aufgebaut werden.

„Es ist unbestreitbar, dass die Ärzteschaft erst sehr spät begann, sich mit ihrer NS-Vergangenheit zu beschäftigen“, erklärte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. Dabei wisse man heute, dass 45 Prozent der Ärzte Mitglied der NSDAP waren.

„Ich finde es gut, dass sich nun, nachdem wir die Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben, die einzelnen Fachverbände mit ihrer Vergangenheit intensiver auseinandersetzen“, sagte Montgomery.

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Initiiert wurde der Spendenaufruf von der DGPPN, die schon 2010 in einer Gedenkveranstaltung den Opfern der Psychiatrie im Nationalsozialismus gedacht hatte. „Mit der Spendenaktion wollen wir ein Zeichen setzen“, sagte Schneider. Die DGPPN unterstützt das Projekt deshalb mit einem Zuschuss von 100.000 Euro und finanziert für zehn Jahre die Stelle einen wissenschaftlichen Mitarbeiters. Spenden kann man direkt über die Internetseite der Gesellschaft. © mei/aerzteblatt.de

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harlekin2000
am Mittwoch, 5. Oktober 2011, 09:41

@Henry I

Na, die Verbrechen der SED Diktatur werden erst in 30 Jahren angegangen. Denn dann sind alle tot.
Man darf sich ja mal die Aufarbeitung heute zu Gemüte führen. Die sog. kleinen Lichter, wie "Mauerschützen" wurden verurteilt. Milke? Nicht. Andere Grössen? Nicht. Honecker? Nein der durfte mit seiner kriminellen Frau nach Chile ausreisen mit deutscher Pension. Nebenbei war in der DDR bekannt, dass der Munitionsverbrauch an der Innerdeutschen Grenze recht gross war und die Trefferquote extrem niedrig. Da kann man also spekulieren, ob die meinsten "Schützen" nicht mit Absicht daneben geschossen haben. Die grossen Fische sind aber nach Bayern an den Tegernsee gezogen o. siehe oben. Schade über ein Land, das seine Vergangenheit nicht aufarbeiten kann!!!
Um es klar zu stellen. Es geht nicht um Mitläufer. Es geht um Leute, die anderen Menschen geschadet haben, um ihr persönliches sadistisches Gefühl zu befriedigen.
jetfriend
am Mittwoch, 5. Oktober 2011, 09:26

1 ad herlekin2000 2 ad henry I

1) ich hoffe auch für die Exponenten von 45/49 - 1989...

2) korrekte frage
Henry I
am Dienstag, 4. Oktober 2011, 20:07

Psychiatrie im Stalinismus

Lobenswert - aber was wäre mit einer Auseinandersetzung über die Psychiatrie im Stalinismus/DDR?
Diese nicht minder unmenschliche Diktatur liegt kaum 20 Jahre zurück und fällt wieder einmal auf, dass den - mehr oder weniger bekannten - Naziverbrechen dysproportionale Aufmerksamkeit geschenkt wird, während um die jüngere Diktatur "dröhnendes Schweigen" herrscht.
Wie lange soll das noch so weitergehen?
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 4. Oktober 2011, 14:11

Topografie statt Topologie

Es heißt n i c h t 'Stiftung Topologie des Terrors', wie hier zitiert, sondern "Stiftung Topo g r a f i e des Terrors", denn es geht um die "Verortung" und Lagebeschreibung des Terrors bzw. die geografischen Örtlichkeiten.

Nicht um die Lehre von der Wortstellung im Satz (Topologie).

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
harlekin2000
am Dienstag, 4. Oktober 2011, 10:35

Da hoffe ich auch,

dass klar benannt wird, wie nach 1945 Täter wie und von wem gedeckt wurden. Denn dass einige NS Grössen ihre Karriere fortsetzten ist ja bekannt.

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