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Deutsche befürworten Organ­spende-Befragung

Freitag, 30. September 2011

Hamburg – Die Mehrheit der Deutschen unterstützt die von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorgeschlagene grundsätzliche Organspende-Befragung, die sogenannte Erklärungslösung. In einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK erklärten 72 Prozent der Befragten, sie fänden den Vorschlag „gut“. Die meisten wünschten sich dazu ein Gespräch mit dem Hausarzt.

Der Umfrage zufolge waren 71 Prozent der Befragten damit einverstanden, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe entnimmt, 41 Prozent gaben an, sich schon „intensiver“ mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt zu haben. In der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen war dies bei fast jedem Zweiten der Fall, bei den 14- bis 29-Jährigen nur bei jedem Vierten.

„Die Umfrage zeigt, dass die meisten Menschen sehr offen für eine Organspende sind“, erklärte DAK-Expertin Christina Sewekow. Es gebe aber offensichtlich bei diesem sensiblen und emotionalen Thema noch ein Informationsdefizit und einen großen Beratungsbedarf.

So wünschten sich beispielsweise 44 Prozent der Deutschen zur Aufklärung eine Befragung durch Hausärzte. Jeder Dritte gab die Krankenkassen an, 18 Prozent die Gesundheitsämter.
Wer eine Spende von Herz, Lunge oder Niere ablehnt, hat meistens Angst, die Ärzte würden nach einer Einwilligung nicht alles tun, um bei schwerer Krankheit das Leben zu retten.

Diesen Grund nannten 44 Prozent der Befragten, die derzeit nicht zur Organspende bereit wären. 39 Prozent gaben an, dass sie sich jetzt noch nicht mit ihrem Tod beschäftigen möchten. Jeder Dritte lehnte eine Entnahme ab, weil er nicht wisse, was mit seinen Organen passiere. 28 Prozent nannten religiöse oder ethische Bedenken.

„Mit guten Aufklärungskampagnen kann die bestehende Offenheit zum Thema sicher dazu genutzt werden, die Zahl der tatsächlichen Organspenden weiter zu erhöhen“, so Sewekow. hil © hil/aerzteblatt.de

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