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Mathematik kann Nierenkranken Iothalamat-Injektion ersparen

Dienstag, 4. Oktober 2011

San Francisco – Gleichungen, mit denen man die Nierenfunktion von nierenkranken Personen ausrechnen kann, sind aussagekräftig und können invasive Methoden mitunter ersetzen. Das berichten Wissenschaftler um Chi-yuan Hsu und Michael Shlipak von dem Department of Medicine der University of California in San Francisco. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Journal of the American Society of Nephrology (doi: 10.1681/ASN.2010101077).

Bei Personen mit einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) muss in regelmäßigen Abständen die Nierenfunktion bestimmt werden. Das Messen der Nierenfunktion bei Personen mit einer CKD kann den behandelnden Ärzten dabei helfen, Komplikationen vorzubeugen und die Behandlung zu optimieren.

Die meisten Messmethoden konzentrieren sich auf die glomeruläre Filtrationsrate, die GFR. Laut der Arbeitsgruppe dachten Kliniker bislang meist, dass eine direkte Messung der GFR mithilfe einer Iothalamat-Injektion eine genauere Aussage ermöglicht als das Ermitteln der GFR mit einer Rechnung. Man unterscheidet zwischen einer iGFR (Iothalamat-GFR) und einer errechneten GFR, der eGFR.

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Die iGFR ist wesentlich invasiver als die eGFR. Es müssen teilweise radioaktive Substanzen verabreicht, Blutproben entnommen und Urinkontrollen durchgeführt werden. Eine eGFR kann jedoch mithilfe einer einfachen Blutprobe bestimmt beziehungsweise ausgerechnet werden.

Die Wissenschaftler von der University of California verglichen die beiden Verfahren, indem sie die Daten von 1.214 Patienten mit einer chronischen Nierenkrankheit untersuchten. Sie meinen aufgrund ihrer Auswertung, dass die eGFR einen ebenso engen Zusammenhang mit Komplikationen aufweist wie die iGFR. Die Ergebnisse stehen damit in Widerspruch zu der Empfehlung, die iGFR als Goldstandard zu verwenden.

„Für viele Personen mit einer chronischen Nierenkrankheit reicht die eGFR zur Bestimmung ihrer persönlichen glomerulären Filtrationsrate vollkommen aus, um Komplikationen vorherzusehen und eine gute Behandlung zu ermöglichen“, erklärten die Wissenschaftler abschließend. Die eGFR sei eine nicht-invasive Alternative zur iGFR. © rme/aerzteblatt.de

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