Palo Alto – Schwangere, die sich ausgewogen und gesund ernähren, bekommen seltener Kinder mit Neuralrohrdefekten oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Dies geht aus einer Studie in den Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine (2011; doi: 10.1001/archpediatrics.2011.185) hervor.
Die ausgezeichneten Erfahrungen, die in Nordamerika mit der Folsäurebeimengung zum Mehl gemacht wurden, belegen eindrücklich einen Einfluss der Ernährung auf das Fehlbildungsrisiko. Schließlich ist Folsäure als B-Vitamin ein natürlicher Bestandteil der Nahrung. Seit in Kanada und den USA Mehl gesetzlich mit Folsäure angereichert wird, ist dort die Zahl der Neuralrohrdefekte deutlich gesunken. Doch auch dort werden noch immer Kinder mit Anenzephalie, Spina bifida oder Enzephalozelen geboren.
Der Pädiater Gary Shaw von der Stanford Universität in Palo Alto glaubt deshalb, dass noch andere Nahrungsbestandteile eine Rolle spielen. In einer Fall-Kontroll-Studie hat er jetzt den generellen Einfluss der Ernährung auf das Risiko von Neuralrohrdefekten und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten untersucht, für die ebenfalls eine Ernährungsrolle diskutiert wird.
Die Forscher ließen 3.824 Mütter von Kindern mit Neuralrohrdefekt oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte intensiv nach ihren Ernährungsgewohnheiten während und vor der Schwangerschaft befragen. Als Vergleichsgruppe dienten 6807 Mütter von Kindern ohne Fehlbildungen. Aus den Angaben der Mütter wurde zum einen ein Mediterranean Diet Score (MDS) berechnet.
Positiv bewertet werden hier die Zufuhr von Obst, Gemüse, Getreide und Meeresfrüchten sowie ein hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren. Zum anderen ermittelten die Forscher den Diet Quality Index (DQI), der die US-Vorstellungen einer gesunden Ernährung mit fettarmen, faserreichen Nahrungsmitteln beschreibt. Fertiggerichte und Fastfood werden hier negativ, Obst und Gemüse positiv bewertet.
Wie Suzan Carmichael und Mitarbeiter jetzt berichten, gingen hohe Werte in beiden Scores mit einem niedrigen Fehlbildungsrisiko einher. Die klareren Assoziationen bestanden mit dem DQI: Eine Anenzephalie trat bei Kindern von Frauen mit der gesündesten Ernährung (oberes Viertel im DQI-Score) nur halb so häufig auf wie bei Frauen im unteren Viertel des DQI-Score: Odds Ratio OR 0,49 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,31-0,75).
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