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Zollkriminalamt: Bewusstsein für Gefahren durch gefälschte Arzneimittel schärfen

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Berlin – „Die Gewinnspannen beim Handel mit gefälschten Arzneimitteln liegen weltweit höher als beim Rauschgift-, Waffen- oder Zigarettenhandel, Gewinne von mehr als 1.000 Prozent sind keine Seltenheit“ sagte der Sprecher des Zollkriminalamts, Wolfgang Schmitz, auf dem „1. Berliner Informationsforum Arzneimittelfälschung“ heute in Berlin. Daher gehörten die Fälscher mittlerweile zum organisierten Verbrechen, die arbeitsteilig und gewaltbereit die gefälschten Arzneimittel insbesondere über Internetseiten verbreiteten. 

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 50 Prozent aller über das Internet vertriebenen Medikamente gefälscht sind. Am häufigsten werden Medikamente gegen erektile Dysfunktion, aber auch Arzneimittelmittel zur Behandlung von Bluthochdruck, Krebs oder Alzheimer gefälscht. Im Jahr 2010 beschlagnahmte das Zollkriminalamt in Deutschland etwa zehn Millionen gefälschte Arzneimittel. „Wir fragen uns dabei jedoch immer, wie viele wir nicht gefunden haben“, so Schmitz.

Die gefälschten Arzneimittel enthalten meistens entweder keinen Wirkstoff oder Wirkstoffe in zu hohen Dosen“, erklärte der ehemalige Präsident des Zollkriminalamts, Karl-Heinz Matthias. Es seien jedoch auch schon Amphetamine wie Speed in den Fälschungen gefunden worden. In jedem Fall könnten gefälschte Medikamente die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen, in Extremfällen sogar bis zum Tod führen. 

Neben dem Internet würden gefälschte Arzneimittel auch auf Wochenmärkten oder Flohmärkten angeboten, erklärte Schmitz. Manche Urlauber brächten sich auch unwissentlich gefälschte Medikamente aus dem Ausland mit. „Es ist sehr wichtig, dass die Menschen ihr Bewusstsein für die Gefahren durch gefälschte Arzneimittel schärfen“, so Schmitz. „Deshalb im Zweifel immer: Finger weg von Arzneimitteln aus dubiosen Quellen.“ © fos/aerzteblatt.de

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