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Haderthauer fordert politische Initiative gegen Burnout

Freitag, 7. Oktober 2011

Berlin – Angesichts der rapiden Ausweitung des Burnout-Syndroms in Deutschland fordert Bayerns Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) ein Eingreifen der Politik. Burnout sei ein „Thema, bei dem Politik nicht ganz tatenlos sein darf“, sagte Hadertauer am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung maybrit illner.

Als Beispiel nannte die CSU-Politikerin die Ausweitung der Gewerbeaufsicht von der technischen Kontrolle hin zur Überwachung psychischer Gefahren am Arbeitsplatz. „Die Arbeitsrisiken verlagern sich sehr stark vom körperlichen in den psychischen Bereich“, sagte die Ministerin. Auch könne der Staat Unternehmen beim „ganzheitlichen Gesundheitsmanagement“ helfen, wie es bereits in Bayern geschehe.

Haderthauer kritisierte, es gebe Unternehmen, in denen erwartet werde, dass die Mitarbeiter ihren Jahresurlaub nicht ausschöpften, und wo diejenigen „die Helden sind, die die meisten Überstunden haben“. Stattdessen müsse es eine neue Unternehmenskultur geben, in der es zum guten Ton gehöre, der Belastung der Mitarbeiter Grenzen zu setzen. „Das ist Unternehmerverantwortung.“ © dapd/aerzteblatt.de

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PSYBELde
am Montag, 17. Oktober 2011, 22:39

Ausgewogenheit

@DrPetraBecker: Sie meinten "die Verhältnisse sind wichtig, aber nicht alleinige Ursachen für die zunehmende Ausbreitung des sogenannten Erschöpfungssyndroms. Jeder ist vielmehr individuell ebenso gefordert, präventiv für seine seelische Gesundheit etwas zu tun. Das wollen leider nur wenige hören."

Sie sprechen hier Verhaltens- und Verhältnisprävention richtig an. Leider gibt es die von Ihnen ebenfalls angesprochene "Hörschwäche" aber beim Verständnis *beider* Präventionen. Das hängt wohl auch von bestimmten Sichtweisen ab, denen ich in der Betriebsratsarbeit begegne. Es geht hier wohl um die Verteilung von Verantwortung.

Der gesetzliche Arbeitsschutz setzt den Schwerpunkt auf die Verhältnisprävention. Aber Unternehmer marginalisieren sie aber häufig in einem verhaltenspräventionsorientierten Gesundheitsmanagement. Im Bereich der Prävention psychischer Fehlbelastungen dienen die Maßnahmen des Arbeitsschutzes dann vor Allem zum Vorzeigen, aber nicht wirklich zur Minderung von Fehlbelastungen. Das mag daran liegen, dass die Mitbestimmung der Betriebsräte bei den psychischen Belastungen als Arbeitsschutzthema unvermeidlich auch Führungstechniken berührt.

Erfreulich ist darum eine ziemlich aktuelle und wunderschön sachliche Veröffentlichung der Techniker Krankenkasse: "Moderne IT-Arbeitswelt gestalten - Anforderungen, Belastungen und Ressourcen in der IT-Branche" (Bearbeitung: Kompetenzzentrum für Fortbildung & Arbeitsgestaltung an der Bergischen Universität Wuppertal (ehemals Transfer- und Kooperationsstelle). Das Papier bietet sogar mehr als es verspricht: Über den IT-Bereich hinaus bringt es Verhaltens- und Verhältnisprävention in ein gutes Gleichgewicht.
Pledge Of Secrecy
am Samstag, 8. Oktober 2011, 14:40

Kein Interesse in Unternehmen - Nur Profit zählt!

Unsere Unternehmenskultur stellt die Matrix bereit, in der sich Persönlichkeiten mit hoher Verausgabungsbereitschaft, narzistischen Veranlagungen, im Selbstwert beeinträchtigte Erfolgsuchende, Helfertypen und "Kümmerer" bis zur Leistungsgrenze verausgaben dürfen und wohl auch müssen. Aus Loalität für das Unternehmen, für die Corporate Identity und für das Dazugehören. Letzte Erkenntnis: Ich bin entbehrlich, ersetzbar - Gratifikationskrise inclusive!
Dr. Thomas Bergner spricht mir in seinem Interview mit der Ärztezeitung "Vor dem Burn-out brennt oft nur ein Strohfeuer" aus der Seele: "Der Vorteil des Burn-outs aus Sicht des Betroffenen ist, dass es als psychische Diagnose wahrgenommen wird, bei der man sich nicht schämen muss".
Link: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/angst/article/671989/burn-out-brennt-oft-nur-strohfeuer.html?sh=4&h=-1005064716
DrPetraBecker
am Freitag, 7. Oktober 2011, 23:23

Burn-out - auch der Mitarbeiter ist gefordert

Wir machen es uns manchmal zu einfach. Da braucht es nur eine weitere Aufsichtsbehörde und schon haben wir eine Lösung der allerorts zunehmenden Burn-Out-Problematik. Ist es damit tatsächlich getan? Nein! Die jahrelange Erfahrung in der Behandlung von Burn-out-Patienten zeigt, dass natürlich auch das Arbeitsumfeld zu der Erkrankung beiträgt, doch warum trifft es den einen Mitarbeiter, während der Teamkollege weiter symptomfrei ist. Hier kommt die individuelle Resilienz ins Spiel. Die Lehre daraus: die Verhältnisse sind wichtig, aber nicht alleinige Ursachen für die zunehmende Ausbreitung des sogenannten Erschöpfungssyndroms. Jeder ist vielmehr individuell ebenso gefordert, präventiv für seine seelische Gesundheit etwas zu tun. Das wollen leider nur wenige hören.

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