@DrPetraBecker: Sie meinten "die Verhältnisse sind wichtig, aber nicht alleinige Ursachen für die zunehmende Ausbreitung des sogenannten Erschöpfungssyndroms. Jeder ist vielmehr individuell ebenso gefordert, präventiv für seine seelische Gesundheit etwas zu tun. Das wollen leider nur wenige hören."
Sie sprechen hier Verhaltens- und Verhältnisprävention richtig an. Leider gibt es die von Ihnen ebenfalls angesprochene "Hörschwäche" aber beim Verständnis *beider* Präventionen. Das hängt wohl auch von bestimmten Sichtweisen ab, denen ich in der Betriebsratsarbeit begegne. Es geht hier wohl um die Verteilung von Verantwortung.
Der gesetzliche Arbeitsschutz setzt den Schwerpunkt auf die Verhältnisprävention. Aber Unternehmer marginalisieren sie aber häufig in einem verhaltenspräventionsorientierten Gesundheitsmanagement. Im Bereich der Prävention psychischer Fehlbelastungen dienen die Maßnahmen des Arbeitsschutzes dann vor Allem zum Vorzeigen, aber nicht wirklich zur Minderung von Fehlbelastungen. Das mag daran liegen, dass die Mitbestimmung der Betriebsräte bei den psychischen Belastungen als Arbeitsschutzthema unvermeidlich auch Führungstechniken berührt.
Erfreulich ist darum eine ziemlich aktuelle und wunderschön sachliche Veröffentlichung der Techniker Krankenkasse: "Moderne IT-Arbeitswelt gestalten - Anforderungen, Belastungen und Ressourcen in der IT-Branche" (Bearbeitung: Kompetenzzentrum für Fortbildung & Arbeitsgestaltung an der Bergischen Universität Wuppertal (ehemals Transfer- und Kooperationsstelle). Das Papier bietet sogar mehr als es verspricht: Über den IT-Bereich hinaus bringt es Verhaltens- und Verhältnisprävention in ein gutes Gleichgewicht.
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