Politik

Sächsische SPD fordert mehr häusliche Pflege

Dienstag, 11. Oktober 2011

Dresden – Die SPD im sächsischen Landtag will die häusliche Versorgung von Pflegebedürftigen ausweiten und mehr Informationen für betroffene Familien bereitstellen. Notwendig sei zunächst die landesweite Einführung von Pflegestützpunkten, um über Angebote jenseits von Heimen besser zu informieren, sagte SPD-Fraktionschef Martin Dulig. Zugleich müsse die ambulante Pflege gestärkt werden, damit Betroffenen ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht werde und die Kosten zugleich gering blieben.

„Sachsen ist im Bereich der Pflege eine einzige Baustelle“, sagte Dulig. Sozialministerin Christine Clauß (CDU) habe zwar für 2011 das Jahr der Pflege ausgerufen. Tatsächlich aber sei die Pflegeberatung unzureichend, es gebe mangelhafte Arbeitsbedingungen und Fachkräfte wanderten in andere Bundesländer ab. Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dagmar Neukirch, untermauerte die Forderung mit dem gesetzlich festgelegten Grundsatz „ambulant vor stationär“.

Laut SPD wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen von 131.000 im Jahr 2009 auf rund 193.000 Menschen bis 2050 ansteigen. Schätzungen der Alzheimer Gesellschaft Sachsen zufolge würden 2025 mehr als 100.000 Menschen an Demenz leiden. Die Landesregierung aber setze vor allem auf die teure stationäre Pflege, deren Kosten angesichts der steigenden Zahlen aber aus dem Ruder zu laufen drohten, betonte Dulig.

Aus Sicht der Sozialdemokraten muss daher auch der erforderliche Fachkräftebedarf gesichert werden. Erforderlich sei auch eine altersgerechte Gestaltung des Wohnumfeldes von Pflegebedürftigen.dapd

 

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  © dapd/aerzteblatt.de

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muemaus
am Dienstag, 11. Oktober 2011, 22:02

Dann muß man auch die Pflegenden stärken

Ich fürchte, solange ein Mensch, der sich für die Pflege seiner Angehörigen aufopfert, in Hartz IV gezwungen wird, werden sich immer weniger Menschen dazu bereiterklären.
Man wird als pflegender Angehöriger völlig allein gelassen. Und als Krönung darf man sich dann als Hartz-IV-Empfänger auch noch als Schmarotzer beschimpfen lassen...
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