Beske befürwortet Festzuschüsse in der Hilfsmittelversorgung
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Berlin - Das Institut für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) schlägt Festzuschüsse als „zukunftsorientiertes Instrument“ bei begrenzten Mitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vor. Konkret hat das Institut die Einführung von Festzuschüssen bei den Hilfsmitteln Bandagen, Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen befürwortet.
Ein solches System fördere zum Beispiel einen schnelleren Zugang des Patienten zu qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten. Denn Hersteller könnten leichter als im Festbetragssystem höherwertige Produkte absetzen und hätten daher Anreize, in Innovation und Qualität zu investieren., sagte der Leiter des IGSF, Fritz Beske, heute in Berlin vor Journalisten.
Und auch die Krankenkassen könnten profitieren, so Beske. Zum einen liege der Preis für einen Festzuschuss niedriger als bei einem Festbetrag. Und zum anderen entfalle der bürokratische Aufwand, der bei der Festlegung von Festbeträgen entstehe.
Festzuschüsse gibt es in Deutschland bislang lediglich bei der Erstattung des Zahnersatzes. Es handelt sich dabei um einen festen, befundorientierten Zuschuss, den der Patient unabhängig von dem gewählten Therapiemittel erhält. Im Gegensatz zu den Festbeträgen sind Festzuschüsse mit einer Kostenerstattung verbunden. Dabei wird in der Regel keines der Therapiemittel voll von den Kassen erstattet.
Beske wies darauf hin, dass die Empfehlung von Festzuschüssen nur für Bandagen, Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe gelte. Es werde weiterhin Hilfsmittel geben, zum Beispiel Prothesen, die aufgrund ihres Preises auch bei einem Festzuschusssystem voll erstattet werden müssten. Zudem müssten Härtefallregelungen sicherstellen, dass niemand von einer notwendigen Versorgung ausgeschlossen werde.
Vieles spreche dafür, betonte der Kieler Forscher erneut, dass die vorhersehbare Finanzsituation der GKV mit ihren ständig steigenden Ausgaben und dem zunehmenden Finanzierungsdefizit zu einer grundlegenden Veränderung der Finanzierungssystematik führen werde. So würden in Zukunft die vorhandenen Einnahmen Art und Umfang der Leistungen bestimmen, die mit diesem Geld finanziert werden könnten.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.