Politik

Zahl der Organspenden deutlich gesunken

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Bonn – Die Zahl der Organ­spenden in Deutschland ist offenbar zuletzt trotz einer breiten öffentlichen Debatte „drastisch gesunken“.

Wie der Tagesspiegel heute berichtete, sank die Zahl der gespendeten Organe im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent.

Dabei hatte es zuletzt Hoffnung auf steigende Spenderzahlen gegeben. Im vergangenen Jahr hatten sowohl die Zahl der gespendeten Organe als auch die der Transplantationen einen neuen Höchststand erreicht.

2010 spendeten 1.296 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe, 79 mehr als 2009. Die Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner hatte sich damit von 14,9 auf 15,9 erhöht. Vor allem die Zahl der gespendeten Organe stieg deutlich von 3.897 auf 4.205. Insgesamt wurden 4.326 Transplantationen in den bundesweit 50 Transplantationszentren durchgeführt, 2009 waren es noch 4.051.

Die jetzt wieder gesunkenen Zahlen dürften die Debatte um eine Erhöhung der Spendenbereitschaft neu anheizen. Denn 12.000 Menschen stehen in Deutschland zurzeit auf der Warteliste für ein lebenswichtiges Organ; nach Schätzungen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sterben täglich drei von ihnen, weil es zu wenige Spenderorgane gibt.

Manche Experten machen dafür die 1997 eingeführte „erweiterte Zustimmungslösung“ verantwortlich. Danach kommt als Spender nur infrage, wer einer Organentnahme ausdrücklich zugestimmt hat. Allerdings können auch die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen einer Spende zustimmen.

Kritiker dieses Konzepts verweisen darauf, dass ein großer Teil der Bundesbürger positiv über Organspende denkt, die meisten das Thema aber verdrängen und deshalb keinen Spendeausweis ausfüllen. © kna/aerzteblatt.de

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doc.nemo
am Donnerstag, 13. Oktober 2011, 13:24

@polmu

Ich bin ganz Ihrer Meinung. Allerdings wird sich kein Politiker finden, der diesen Vorschlag ins Rennen wirft. Das wäre politischer Selbstmord.
polmu
am Mittwoch, 12. Oktober 2011, 22:04

Positiv denken über Organspende -

das machen die Menschen eben nur als potentielle Empfänger. Deshalb: nur wer registrierter Spender ist (und bleibt), wird zukünftig auch Empfänger sein! Das ist auch ethisch einwandfrei. Denn wer ethische oder sonstige Bedenken gegen die Spende seiner Organe an fremde Menschen hat, der muß gegen die Implantation fremder Organe in seinen Körper noch viel größere Bedenken hegen.
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