Schätzerkreis erwartet mehr Geld für die gesetzliche Krankenversicherung
Mittwoch, 12. Oktober 2011
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| dpa |
Bonn – Die gesetzliche Krankenversicherung steht dank guter Konjunktur besser da als noch zu Jahresbeginn gedacht. So erwarten die Experten für 2011 um 1,7 Milliarden Euro höhere Einnahmen als zuletzt im Januar geschätzt, wie das Bundesversicherungsamt am Mittwoch in Bonn mitteilte.
Die zusätzlichen Einnahmen kommen aber nicht den Beitragszahlern oder den Krankenkassen direkt zugute, sondern fließen in die Rücklagen des Gesundheitsfonds.
Insgesamt rechnet der sogenannte Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung für das laufende Jahr inzwischen mit 183,4 Milliarden Euro Einnahmen für den Gesundheitsfonds. Die Zuweisungen an die Krankenkassen bleiben weiterhin unverändert bei 178,9 Milliarden Euro - bei geschätzten Ausgaben von 177,5 Milliarden Euro.
Die Differenz zwischen den Einnahmen und dem Betrag, der an die Kassen überwiesen wird, liegt demnach bei 4,4 Milliarden Euro. Sie fließen der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zu, wie der Schätzerkreis erklärte. Diese Reserve garantiert, dass der Fonds jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Krankenkassen nachkommen und konjunkturelle Schwankungen der Einnahmen ausgleichen kann.
Auch 2012 vermutlich kein Fehlbetrag
Für das Jahr 2012 erwarten die Schätzer Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 185,7 Milliarden Euro. Die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen betragen 185,4 Milliarden. „Damit können auch im Jahr 2012 die Ausgaben der Krankenkassen durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds im Durchschnitt vollständig gedeckt werden“, erklärte der Schätzerkreis.
Er besteht aus Experten des
Bundesgesundheitsministeriums, des
Bundesversicherungsamtes und des
Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Da sich nach der Einschätzung der Finanzexperten zwischen den Einnahmen der Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds und den voraussichtlichen Ausgaben für 2012 kein Fehlbetrag ergibt, wird es vermutlich auch im kommenden Jahr keinen durchschnittlichen Zusatzbeitrag und damit keinen Sozialausgleich geben. Das letzte Wort hat die Bundesregierung.
Die Vorstandsvorsitzende des GKV Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, erklärte, zwar sei 2012 nach derzeitiger Schätzung mehr Geld im System vorhanden als noch im laufenden Jahr. Dieses Geld werde angesichts höher ausfallender Gesamtausgaben aber auch gebraucht und folgerichtig an die Kassen ausgeschüttet. „Forderungen von Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenhäuser nach zusätzlichen Finanzmitteln speziell für ihre Klientel sind daher völlig unangebracht“, meinte Pfeiffer.
© dapd/aerzteblatt.de
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