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Kieler Forschungsinstitut kritisiert Geldverschwendung in der GKV

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Kiel – Das Institut für Mikro­daten-Analyse hat Pläne der gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV), nach denen erwirtschaftete Überschüsse als Liquiditätsreserve in den Gesund­heitsfonds fließen sollen, kritisiert.

„Die gehorteten Milliarden­beträge zeigen das Ausmaß der staatlichen Fehlallokation und damit auch das Scheitern der zentralistischen Gesund­heitspolitik“, unterstrich Institutsleiter Thomas Drabinski. Er forderte, die Gelder stattdessen in Form von Beitrags­senkungen an die Versicherten weiterzuleiten und den Gesundheitsfonds auf „sein umverteilungsnotwendiges Mindestmaß“ zurückzubauen.

Mit der Rückstellung des erwarteten 1,7 Milliarden-Euro-Überschusses erhöhe sich die Liquiditätsreserve des Bundesversicherungsamtes (BVA) auf acht, die Liquidität bei den gesetzlichen Krankenkassen auf 27,4 Milliarden Euro. Dementsprechend würden im Gesundheitsfonds und in der Liquidität der gesetzlichen Krankenkassen bis Ende des Jahres 35,4 Milliarden Euro gehortet. „Das sind 19,4 Prozent der Gesamtausgaben der GKV 2011“, so Drabinskis Rechnung.

Angesichts der zunehmenden Fusions- und Insolvenzmeldungen der gesetzlichen Krankenkassen sowie einem Beitragssatz von 15,5 Prozent sei dies eine „Geldverschwendung einmaligen Ausmaßes“, so das Institut. Ein nachhaltiger und wettbewerblicher Krankenkassenmarkt könne sich nur entwickeln, wenn die Krankenkassen ihre Beitragsautonomie zurückerhielten und der Morbi-RSA grundlegend überarbeitet werde. „Gelingt dies nicht, wird das Ergebnis die Einheitskasse sein“, fasste Drabinski seine Bedenken zusammen. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 14. Oktober 2011, 11:48

Endlosschleife?

Kollege Thelber ist nicht nur sarkastisch bis zynisch, sondern völlig neben der Spur, weil er nichts begriffen hat!

Es ist doch sensationell, dass Experten wie Thomas Drabinski endlich offen aussprechen, was die Hortung von Liquidität im Gesundheitsfonds und damit in den gesetzlichen Krankenkassen bedeutet. Bis Ende des Jahres 2011 eine geschätzte Summe von 35,4 Milliarden Euro anzusammeln und unentdeckt bunkern zu wollen, ist in der Tat eine staatlichen Fehlallokation, die ihresgleichen sucht.

Es hat schon etwas von einer Endlosschleife, wenn die Politik permanent behauptet, jegliche GKV-Einnahme - ü b e r s c h ü s s e müssten in die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds abfließen und dürften keinesfalls in Beitrags s e n k u n g e n oder Leistungsgerechtigkeit abfließen. Und alle GKV-Kassenverbände nicken das auch noch untertänigst ab!

Der Gesundheitsfonds der GKV besteht seit 2009. Im aktuellen Jahr wird zum 3. Mal behauptet, alle Beitrags-Überschüsse würden in die Liquiditätsreserve gesteckt. Doch ist bisher in k e i n e m einzigen Jahr die angesparte Liquiditätsreserve aufgelöst und an die GKV-Kassen zurückgeführt, geschweige denn auf das folgende Rechnungsjahr übertragen worden.

Die für das laufende Jahr erwarteten Einnahmen von 183,4 Milliarden € beinhalten doch bereits die Liquiditätsreserve des Fonds in voller Höhe. Weil die GKV-Kassen in diesem Jahr nur 178,9 Milliarden € zugewiesen bekommen, besteht ein N e t t o - Ü b e r s c h u s s von 4,5 Milliarden €. Der Bundeszuschuss für den Sozialausgleich bei GKV-Beitragsfreiheit für Kinder und Jugendliche, nichtarbeitende Ehefrauen, bzw. geringfügige GKV-Beiträge bei prekären Arbeitsverhältnissen, Minijobs und Hartz-IV-Beziehern sind auch anteilig k e i n e Finanzierungsaufgabe der GKV. Der politisch gewollte und entschiedene Bundeszuschuss muss schon aus verfassungsrechtlichen Gründen allein vom Parlament abgestimmt und aus Bundesmitteln finanziert werden. Sonst alimentiert die GKV auch noch die Bundesagentur für Arbeit?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

promisit
am Freitag, 14. Oktober 2011, 08:07

So ist es

Den Ausführungen von Herrn Drabinski ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Die Anmerkungen von Kollege Thelber sind sarkastisch bis zynisch.
Thelber
am Donnerstag, 13. Oktober 2011, 22:48

Für eine gute Schlagzeile ...

... ist "Geldverschwendung" immer gut.

Betroffene meinen stets, dass für sie selbst zu wenig aufgewendet wird. Völlig unabhängig davon, ob sie von Schnupfen, Fibromyalgie, Hyperventilation oder einem beliebigen Krebsleiden betroffen sind ....

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