Politik

Wirtschaft fürchtet Nachteile durch Familienpflegegesetz

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Berlin – Die deutsche Wirtschaft befürchtet einer Umfrage zufolge erhebliche Nachteile durch das Familienpflegegesetz, über das der Bundestag am Donnerstag abstimmen soll. In einer Forsa-Umfrage unter rund 200 Unternehmen, aus welcher die Welt vom Donnerstag zitiert, äußerte jeder zweite Betrieb Bedenken gegenüber dem Gesetzesentwurf von Bundes­familien­ministerin Kristina Schröder (CDU). Die Unternehmen befürchten insbesondere höhere Personalkosten durch die Familienpflegezeit.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Angestellte, die ihre Angehörigen pflegen, künftig ihre Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre um maximal 50 Prozent reduzieren können und dafür 75 Prozent ihres Gehalts beziehen. Im Gegenzug sollen die Beschäftigten im Anschluss an die Pflegezeit wieder Vollzeit arbeiten und dafür zunächst 75 Prozent ihres Gehalts erhalten - so lange, bis der Saldo wieder ausgeglichen ist. Das Gesetz soll zum Jahreswechsel in Kraft treten. 

Viele Betriebe monierten dem Bericht zufolge, dass sie zum einen mehr Personal vorhalten müssen, um die Ausfallzeiten auszugleichen. Zum anderen befürchten viele Umfrageteilnehmer laut Welt, dass ein großer Teil der Beschäftigten nach dem Ablauf der maximal zweijährigen Pflegephase nicht in den Beruf zurückkehrt, weil der Angehörige auch weiter gepflegt werden muss.

Die Sorge sei dabei, dass die Arbeitgeber auf den gezahlten Vorschussleistungen - 75 Prozent Gehalt für 50 Prozent Arbeitszeit - sitzen blieben. Die Forsa-Studie wurde vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), einer Stiftung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, in Auftrag gegeben. © afp/aerzteblatt.de

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