Söder will Gesundheitssystem zukunftsfest machen
Donnerstag, 20. Oktober 2011
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| Markus Söder /dpa |
München – Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) will Bayern auf den demografischen Wandel vorbereiten.
In einer Regierungserklärung stellte er am Donnerstag in München verschiedene Initiativen vor, um dem steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung und Pflege aufgrund einer immer stärker alternden Gesellschaft gerecht zu werden.
Die Opposition kritisierte die Erklärung als ideenlos. Viele Probleme seien nicht angesprochen worden.
Söders nannte den demografischen Wandel „die größte Herausforderung“. Bis 2050 werde die Zahl der über 60-Jährigen im Freistaat um 46 Prozent zunehmen. Zudem müssten für viele Arztpraxen Nachfolger gefunden werden. Um den drohenden Ärztemangel im ländlichen Raum zu verhindern, kündigte Söder die Bildung einer Gesundheitsagentur an.
Sie soll Ideen, etwa zu Gemeinschaftspraxen, Fahrdiensten oder Arbeitszeitmodellen fördern. Zudem soll ein Kommunalbüro beim Landesamt für Gesundheit eingerichtet werden, um Lösungen für die ärztliche Versorgung zu finden. Darüber hinaus soll die Telemedizin, die enorme Chancen für den ländlichen Raum biete, verstärkt gefördert werden.
Bayern soll einen Burn-Out-Beauftragten bekommen
Außerdem soll Bayern einen Staatsbeauftragten für psychische Erkrankungen bekommen. „Wir werden einen bayerischen Psychiatrie- und Burn-out-Beauftragten berufen“, kündigte der Minister an. Hintergrund sei die Zunahme von psychischen Erkrankungen und Erschöpfungen. Der Beauftragte solle Ansprechpartner für die Akteure in Betrieben und Fachgesellschaften sein und sie beraten. Das Amt sei eine Mittlerfunktion zwischen Praxis, Forschung und Politik.
SPD-Gesundheitsexpertin Kathrin Sonnenholzner kritisierte die „blumigen Ausführungen“. Viele Probleme seien nicht angesprochen worden, wie etwa der Pflegenotstand und der Investitionsstau in den Krankenhäusern sowie die mangelnde Impfbereitschaft. Die Impfung der Bevölkerung gegen Masern sei beispielsweise in Sambia höher als im Freistaat. Zudem forderte sie ein stärkeres Engagement gegen Alkoholmissbrauch.
Dem schloss sich Theresa Schopper von den Grünen an. „Viele heiße Eisen“ seien nicht angepackt worden, etwa die starke Einflussnahme der Pharmakonzerne. Oft mache Söder den Eindruck eines „Meisters der Duftwolke“. Auch Karl Vetter von den Freien Wählern mochte in der Regierungserklärung kein Konzept für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Bayern erkennen. Es gebe zu viel Bürokratie, zu wenig Transparenz und Mängel bei der Versorgung auf dem Land.
© dapd/aerzteblatt.de
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