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Bluthusten nach Schönheitsspritzen

Montag, 24. Oktober 2011

Honolulu – Die derzeitige Wirtschaftskrise scheint jüngere US-Amerikanerinnen empfänglich für eine kostengünstige, aber riskante Alternative zur Schönheitschirurgie zu machen. Injektionen von flüssigem Silikon sollen die Haut straffen. Vor allem die Anwendung im Gesäßbereich ist gefährlich. Auf der Tagung CHEST 2011 berichten Pulmologen über mehrere Fälle eines Silicone Embolism Syndrome.

Silikon ist zwar relativ inert. Es geht im Körper keine chemischen Verbindungen ein. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es vom Gewebe toleriert wird. Plastische Chirurgen warnen immer wieder vor der Möglichkeit von Fremdkörperreaktionen, die dann zu hässlichen subkutanen Knötchen, den Silikongranulomen führen.

Schlimmer hat es drei jüngere Frauen erwischt, die sich von illegalen Therapeuten offenbar größere Mengen Silikon unter die Gesäßhaut injizieren ließen. Das Silikon gelangte in den Kreislauf. In der Lunge kam es zu einer Art Lipidpneumonie.

Das Silicone Embolism Syndrome ist nicht neu. Erstmals wurde es in den 1970er Jahren bei Transsexuellen entdeckt, bei denen ein Brustaufbau durch Silikoninjektionen versucht worden war, berichtet Tathagat Narula von der Louisiana State University in New Orleans.

Vor allem die Injektion größerer Mengen unter hohem Druck und anschließende Manipulationen an der Injektionsstelle begünstigen eine Embolie. Das häufigste Symptom ist laut Angel Coz Yataco vom Henry Ford Hospital in Detroit neben der Hypoxämie und Dyspnö eine Hämoptyse.

Auch die beiden von Narula und Yataco vorgestellten Patientinnen wurden mit einem Bluthusten in den Notfallambulanzen der beiden Kliniken vorstellig. Beide Frauen hatten Glück. Unter einer hochdosierten Steroidtherapie kam es zu einer Besserung und sie konnte nach wenigen Tagen entlassen werden. Auch die ausgedehnten Infiltrate im Röntgenthorax bildeten sich mit der Zeit zurück.

Für eine 22-jährige Frau, über die Christina Rager vom Olive View-UCLA Medical Center in Sylmar/Kalifornien berichtete, endete die illegale Behandlung mit dem Tod. Bei ihr hatte das Silicone Embolism Syndrome schon bei der Aufnahme zu einem akuten Rechtsherzversagen geführt.

Trotz Intubation und intensivmedizinischer Behandlung kam es bald zum Nierenversagen und schließlich zum Herzstillstand. Ein tödlicher Ausgang ist beim Silicone Embolism Syndrome keineswegs selten. Das American College of Chest Physicians schätzt die Letalität auf 33 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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