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Streit um Krankenhaus­abrechnungen im Gesundheits­ausschuss

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Berlin – Über Ausmaß und Konsequenzen fehlerhafter Kranken­haus­abrech­nungen haben Krankenhäuser und gesetzliche Krankenkassen heute im Gesund­heits­auss­chuss des Bundestages gestritten.

Dem stellvertretenden Vor­stands­vorsitzenden des Spitzen­verbandes der gesetz­lichen Krankenkassen (GKV), Johann-Magnus von Stackel­berg, zufolge entstand den Beitragszahlern im vergangenen Jahr ein Schaden von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Bundesweit seien 45,6 Prozent aller geprüften Abrechnungen falsch gewesen. „Ich bitte Sie inständig, da einzugreifen“, wandte sich von Stackelberg laut Berichterstattung des Bundestages an die Abgeordneten.

Von einer „gemeinen Kampagne des Spitzenverbandes“ sprach dagegen der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum. 95 bis 96 Prozent aller Krankenhausabrechnungen blieben unbeanstandet. Er unterstrich, dass es nachträglich meistens nicht um die Rechnung als Ganzes, sondern um Interpretationen von Details gehe.

„Betrügerische Abrechnungen“ seien „die totale Ausnahme“. Der über eine lineare Hochrechnung der Ergebnisse von beanstandeten Krankenhausrechnungen auf alle Krankenhausfälle ermittelte Schaden sei fragwürdig, fügte Baum hinzu.

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Laut der Anhörung geht der Bundesrechnungshof davon aus, dass die Krankenhäuser jährlich rund 875 Millionen Euro wegen fehlerhafter Abrechnungen zu viel erhalten haben und an die Krankenkassen zurückerstatten müssten.

300-Euro-Pauschale streichen
Der GKV-Spitzenverband drängt beim Gesetzgeber darauf, die sogenannte 300-Euro-Pauschale zu streichen oder aber den Kassen für ihren bürokratischen Aufwand ebenfalls eine Pauschale einzuräumen. Zurzeit muss eine Krankenkasse einer Klinik eine Aufwandspauschale in Höhe von 300 Euro zahlen, wenn eine Prüfung ergibt, dass die untersuchte Rechnung richtig war.

Von Stackelberg sagte, es sei nicht gerechtfertigt, dass die Kassen zwar bei fehlenden Beanstandungen 300 Euro pro geprüfter Rechnung zahlen müssten, die Krankenhäuser bei einer falschen Abrechnung der Kasse aber nur den Fehlbetrag zu erstatten hätten. © hil/aerzteblatt.de

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Kajumbo
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 15:05

Australien II

Uns wurde in D damals erklaert dass das DRG system aus Australien kommt.
(Fast) keiner der Aerzte hier weiss, was das DRG ist, weil es in der Verwaltung gehandhabt wird.

Nur in D haben es sich die Aerzte aufschwatzen lassen noch mehr Verwaltungsarbeit zu machen.....
Kajumbo
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 15:02

Kodieren in Australien

Ich verstehe den Kommentar bezueglich Australien nicht.
Ich arbeite seit 6 Jahren in Australien und habe kein einziges mal etwas kodiert, habe daher also mehr Freizeit (weil in D der Arzt das Kodieren meist ehrenamtlich in seiner Freizeit fuer das Wirtschaftsunternehmen Krankenhaus machen muss - falls sich nicht gewaltig was getan hat in den letzten paar Jahren).

Die Kodierer sitzen hier zwar 'down under', das bezieht sich allerdings nicht auf den Keller, sondern auf den gesamten Kontinent (kleines Missverstaendnis). Sie sind Teil der Verwaltung - und hat schonmal jemand eine Verwaltung gesehen mit schlechten raeumlichen Arbeitsbedingungen?

In meinem PJ in D hatten wir einen ausgebildeten Vollzeit Kodierer der ggf nach Ruecksprache alles fuer die Station kodiert und Krankenakten sortiert hat.
Kodieren ist ohne Aerzte moeglich und vielleicht auch weniger fehlerbehaftet......
Einziges Problem: kostet mehr als wenns der Arzt macht, weil es ist halt nicht ehrenamtlich.

Viele Gruesse aus downunder
lasse23
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 12:35

mir fehlt der "gefällt mir" - Button

Der Bürokratiedschungel im gesamten Gesundheitswesen lässt uns vergessen, dass es auf diesem "Markt" eigentlich nicht um Geld gehen sollte, sondern um die Versorgung von kranken Menschen.

Krankenhäuser und Versicherungen müssen viel Geld und Material aufbringen, nur um den finanziellen Rahmen zu kontrollieren, anstatt dieses Geld den Versicherten und Patienten zukommen zu lassen.

Übrigens: Es geht um 45% der geprüften!!! Abrechnungen, die falsch sein sollen! Wie viele Prozent der gesamten Abrechnung müssen denn eigentlich geprüft werden? Es wäre also viel interessanter zu wissen, wie viele Prozent der gesamten Krankenhausabrechnungen falsch sind! Vielleicht sind es ja nur 4-5 % ?!?
Rimbach
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 10:27

s. auch Artikel vom 13. April, Bunderechnungshof kritisierte

Der Bundesrechnungshof kritisierte zu recht, das „vor allem das Abrechnungssystem der Krankenhäuser äußerst kompliziert“ ist und auf hochkomplexen Fallpauschalensystemen beruht. Führt es dazu, dass wir bald wie in Australien Menschen in Kellern sitzen haben, die Kodierer. Leider hat das zur Folge, dass die Menschen, die für den Patienten da sein sollen immer weniger werden. Wir können das Geld auch nur umverteilen! Immer mehr Dokumentation wird gefordert von allen Berufsgruppen die für den Patienten arbeiten damit Kodierer richtig kodieren! Das bindet Zeit. Kostbare Zeit, die dem direkten Kontakt mit dem Patienten genommen wird.
Ich Frage mich mittlerweile, welchen Auftrag wir zu erfüllen haben und für wen wir welche Dienstleistung erbringen! Mein Eindruck: Wir erfüllen Aufträge, weil Institutionen es wollen und sind deren Dienstleister geworden. Irgendwie schräg oder? Nimmersatte die immer mehr Administration fordern, Sanktionsmaßnahmen auf den Plan rufen, immer mehr desselben. Wäre eine Reduktion nicht sinnvoller? Das System noch einmal auf den Prüfstand stellen? Weniger ist manchmal mehr und könnte auch kostengünstiger sein. Wie wäre es mit den guten alten Fallpauschalen?
Jösi
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 10:18

"Völlig daneben" war selber daneben

Also für diese unterirdsiche Niveau des Kommentar-Beitrages kann man sich nur fremdschämen. Ich hoffe nur, dass ich von "Rudlof" nie behandelt werden muss. Mit solch einem Menschenbild disqualifiziert man sich für den Dienst am Menschen per se. Wirklich Peinlich. Schade, dass das Ärzteblatt für so etwas ein Foprum bietet.
doc.nemo
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 10:18

Den Kassen entgeht kein Geld

Bei „zufälligen“ Fehlcodierungen ist davon auszugehen, dass es annähernd genauso viele Fehler zugunsten wie zu ungunsten der Krankenkassen gibt. Wie also gehen die Kassen mit Abrechnungen um, die zu niedrig ausfallen? Werden die Differenzbeträge den Kliniken etwa nacherstattet? Mit absoluter Sicherheit nicht! Unter dem Strich dürfte den Kassen deshalb kein Geld entgehen.
Henry I
am Donnerstag, 27. Oktober 2011, 02:27

@ Rudlof

Vielen Dank - besser kann man es wohl nicht ausdrücken!
A+++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Rudlof
am Mittwoch, 26. Oktober 2011, 22:33

Völlig daneben

Als Arzt kann man mal wieder nur den Kopf schütteln, was im Paralelluniversum der Laptopfetischisten abgeht! Glaubt ihr Deppen ernsthaft, dass wir nichts Besseres zu tun haben, als eure debilen Vorgaben, die nicht im Geringsten die Realität abbilden, in irgendwelche Computer zu kloppen?
Die Krankenhäuser verlieren Milliarden an euch Grenzdebile, weil niemand bereit ist, den Scheißdreck, den ihr wollt, auch noch zu verschlüsseln. Ihr habt versagt auf ganzer Linie! Seht das doch endlich ein! Was soll denn noch passieren?
Den Osten habt Ihr vor die Wand gefahren. Der Euro ist eine Lachnummer. Jetzt fällt euch Heuschrecken ein , dass es da noch ein paar Idioten gibt, die ernsthaft glauben, dass ihre Beiträge ihrer Gesundheit dienen. Schämt ihr euch eigentlich nicht in euren Dienstwagen, wenn ihr daran denkt, wer euer sinnloses Dasein finanziert.
In der Hoffnung, dass ihr in eurer eigenen Sch... erstickt!!!!

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