Grippe: Impfstoffwirkung lässt bei Adipösen schneller nach
Mittwoch, 26. Oktober 2011
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Chapel Hill – Eine Grippeimpfung hinterlässt bei fettleibigen Menschen nur eine verkürzte Antikörperantwort. Auch die zelluläre Abwehrreaktionen ist einer Studie im International Journal of Obesity (2011; doi:10.1038/ijo.2011.208) zufolge vermindert.
Es ist seit längerem bekannt, dass Impfungen gegen Hepatitis B oder Tetanus bei adipösen Menschen eine verminderte Antikörperantwort erzielen. Während der Schweinegrippe-Pandemie (2009 H1N1) wurde beobachtet, dass die Adipositas mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität der Neuen Influenza einhergeht.
Auch dies weist darauf hin, dass es dem Immunsystem von fettleibigen Menschen die Abwehr von Krankheitserregern schwerer fällt als bei normalgewichtigen Menschen. Melinda Beck von der Gillings School of Global Public Health in Chapel konnte dies in früheren Studien auch an Versuchstieren reproduzieren: Adipöse Mäuse zeigten eine verminderte Immunantwort auf eine Influenza und die Letalität war erhöht.
In einer prospektiven Beobachtungsstudie hat die Forscherin jetzt die Immunreaktion auf den inaktivierten trivalenten Grippeimpfstoff der Saison 2009/10 untersucht. Bei 499 Probanden, von denen, wie im US-Bevölkerungsdurchschnitt etwa ein Drittel übergewichtig und ein weiteres Drittel fettleibig war, wurden die Antikörpertiter vor und nach der Impfung verglichen.
Wie Beck berichtet, gab es hier keinen Unterschied zwischen Schlanken und Übergewichtigen. Die Nachuntersuchung nach einem Jahr ergab dann aber, dass die Antikörperkonzentration bei den adipösen Teilnehmern rascher abfallen: Bei der Hälfte war es zu einem deutlichen Rückgang gekommen. Unter den Normalgewichtigen kam es bei weniger als einem Viertel zu einer Verminderung des Antikörperschutzes.
Zu diesem Zeitpunkt reagierten bei 75 Prozent der Normalgewichtigen die CD8+ T-Zellen auf den Kontakt mit Grippeviren noch mit einer gesteigerten Interferon-Gamma-Ausschüttung. Bei den Adipösen war diese Abwehrbereitschaft gegen die Viren nur noch bei 25 Prozent der Probanden vorhanden. Im Fall einer Infektion nehme die Erkrankung dann einen schweren Verlauf, erklärt die Forscherin.
© rme/aerzteblatt.de
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