Chicago – Obwohl die meisten medizinischen Fachzeitschriften die Beteiligung von Gastautoren oder Ghostwritern an Studien und anderen Publikationen untersagen, ist die Praxis weiterhin verbreitet. Einer Umfrage im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 343: d6128) zufolge ist der Anteil der Publikationen mit Fremdbeteiligung in den letzten Jahre kaum gesunken.
Gastautoren oder Ghostwritern sind verpönt, weil sie der Lobby-Arbeit von Interessenvertretern Tür und Tor öffnen. Sie gefährden damit auch den Ruf der Journals, die auf Unabhängigkeit bedacht sind. Das International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) hat klare Regeln geschaffen, die eine „unangemessene“ Autorenschaft verhindern sollen.
Dass die Praxis dennoch verbreitet ist, hatte unter anderem eine Umfrage gezeigt, die das US-amerikanische Ärzteblatt 1998 publiziert hatte: Annett Flanigan von der American Medical Association in Chicago hatte die korrespondierenden Autoren von Studien kontaktiert, die 1996 in sechs führenden Fachzeitschriften publiziert hatten. Bei 29 Prozent der Studien und Übersichten konnte Flanigan eine Beteiligung von Gastautoren oder Ghostwritern ermitteln (JAMA 1998; 280: 222-224).
zum Thema |
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.