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Tabak: Transkranielle Magnetstimulation verstärkt Craving

Dienstag, 1. November 2011

Durham – Das latente Verlangen nach der nächsten Zigarette, das viele Exraucher irgendwann rückfällig werden lässt, kann durch eine transkranielle Magnetstimulation des Stirnhirns ausgelöst werden. Dies geht aus einer Studie in Biological Psychiatry (2011; 70: 794-799) hervor, in der US-Forscher eigentliche nach Wegen gesucht haben, Rauchern den Entzug zu erleichtern.

Das Substanzverlangen oder Craving ist fest im Gehirn von Rauchern eingebrannt. Schon kleine Schlüsselreize, etwa die Beobachtung eines anderen Rauchers oder der Duft von Zigaretten, lässt viele Raucher gegen ihren ausdrücklichen Willen rückfällig werden.

Mit der funktionellen Kernspintomographie hat die Hirnforschung zeigen können, dass diese Schwäche in den gleichen Regionen des Gehirns lokalisiert ist, in denen auch die exekutiven Funktionen, sprich Verstand und Vernunft beheimatet sind. Es handelt sich um den Gyrus frontalis superior, vulgo dem Stirnhirn.

Eine Möglichkeit auf die Hirnaktivität einzuwirken, bietet die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Dabei wird eine Spule mit einem starken Magnetfeld über den Schädel gehalten. Ein Wechsel der Magnetfeldrichtung induziert in den Gehirnwindungen unterhalb der Spule einen elektrischen Strom, der je nach Frequenz des Magnetfelds die Nerventätigkeit stimuliert oder hemmt.

Jed Rose vom Smoking Cessation Research Center an der Duke Universität in Durham/North Carolina hat die rTMS-Wirkung bei 15 Rauchern untersucht. Die Raucher wurden bekannten Schlüsselreizen ausgesetzt. Wie Rose erwartet hatte, wurde das Craving bei einer Frequenz des Magnetfelds von 10 Herz verstärkt, was die Erkenntnisse der funktionellen Kernspintomographie bestätigt. Der Gyrus frontalis superior ist also Sitz des Cravings.

Rose hat dann versucht, das Craving durch eine rTMS mit 1 Herz zu unterdrücken. Obwohl diese langsame Frequenz in der Regel mit einer Hemmung der Hirnaktivität verbunden ist, blieb eine Wirkung aus. Das Craving der Raucher wurde nicht vermindert.

Rose hofft jedoch, die Technik verfeinern zu können. Beim hochfrequentem rTMS sei das Craving auf „neutrale Schlüsselreize“ vermindert worden und auch die Befriedigung durch das Rauchen sei schwächer ausgefallen, schreibt der Forscher. Eine mögliche therapeutische Anwendung lässt sich aus diesen Ergebnissen jedoch nicht ableiten. © rme/aerzteblatt.de

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