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Adipositas: Kommerzielle Diät-Anbieter erfolgreicher

Freitag, 4. November 2011

Birmingham – Ärzte oder Apotheker sind in der Diätberatung oft nicht erfolgreich. In einer Vergleichsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 343: d6500) erzielten kommerzielle Anbieter deutlich bessere Ergebnisse – zu geringeren Kosten.

Die auch in Großbritannien epidemische Adipositas hat den National Health Service bewogen ein Diätprogramm für Adipöse zu entwickeln. Das Size Down Programme umfasst sechs wöchentliche Gruppentreffen von zwei Stunden, in denen Ernährungsberater mit den Teilnehmern ein Diät- und Bewegungsprogramm entwerfen.

Zwei weitere Treffen folgen in den Wochen 9 und 12. Das Konzept ist wissenschaftlich begründet, doch der Erfolg war bescheiden. In der Lighten Up-Studie, die drei kommerzielle und drei „medizinische“ Diäten verglich, hatten die Teilnehmer des Size Down Programme von den 95 kg Ausgangsgewicht am Ende 2,38 kg abgenommen.

Das war nicht mehr als in der Vergleichsgruppe, deren Teilnehmer Gutscheine für das örtliche Fitness-Center erhalten hatten (minus 2,01 kg). Noch weniger nahmen die durch einen Arzt und Apotheker jeweils in 12 Einzelgesprächen instruierten Patienten ab (minus 1,37 kg und minus 2,11 kg).

Deutlich bessere Ergebnisse erzielten die kommerziellen Programme von Weight Watchers (minus 4,43 kg), Slimming World (minus 3,56 kg) und Rosemary Conley (minus 4,23 kg). In einer weiteren Gruppe, in der den Teilnehmern freie Wahl gelassen wurde, fiel das Körpergewicht um 3,32 kg.

Bei der Kontrolluntersuchung nach einem Jahr waren die Weight Watchers die einzigen, die signifikant mehr Kilo abgenommen hatten als die Kontrollgruppe. Interessanterweise hatte das Size Down Programme etwas aufgeholt, während Slimming World und Rosemary Conley ihre Teilnehmer offenbar langfristig nicht so gut motivieren können.


Was den Erfolg der kommerziellen Anbieter erklärt, ist offen. Nach Ansicht der Editorialistin Helen Truby von der Monash University in Melbourne ist es durchaus möglich, dass Marketing und Branding, für das die Anbieter viel Geld ausgeben, eine gewisse Überzeugungskraft ausübt. Jede Diät lebt von der Motivation, und das Potenzial der Werbung darf hier nicht unterschätzt werden. Und am Ende zählt, was die Waage anzeigt.

Auch die Kosten der Diätberatung sind von Interesse. Auch hier lagen Arzt und Apotheke mit den Eins-zu-Eins-Gesprächen hinten. Mit 90 Pfund Honorar pro Teilnehmer waren sie fast doppelt so teuer wie die privaten Anbieter, die, wohl nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen Gruppentherapien anbieten. © rme/aerzteblatt.de

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Businesspaar
am Samstag, 5. November 2011, 05:47

@polmu

Das stimmt so nun ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil. Aber dazu MÜSSEN Sie umdenken. Der Kunde ist König! Bestimmt schon gehört diesen Spruch, stimmt`s? Genauso muss der Patient König sein! Geben Sie ihm oder ihr :-)) dieses Gefühl.

Und genau wie im Artikel beschrieben, was zählt ist die Motivation eines "Abspeckwilligen". Welcher Arzt oder welche Ärztin geht darauf ein???

Warum auch, es zahlt sich ja nicht wirklich aus, jedenfalls nicht finanziell. Wenn es sich wirtschaftlich lohnen soll, dann gibt es für engagierte Mediziner sehr lukrative Beteiligungsmöglichkeiten im Hinblick auf "Adipositasklientel".

Einfach mal richtig informieren. Klären Sie "Patienten" im Rahmen entsprechender Vortragsreihen doch einfach auf.

Wer hier ernsthaft an Informationen interessiert ist, einfach mal ne Mail senden. dresdensj@arcor.de Im Betreff bitte "Adipositas" vermerken.

Und bitte etwas Geduld mitbringen ob der entsprechenden Rückantwort.

Was im Artikel nicht erwähnt wird, ist die sehr hohe Rückfallquote von über 90 %! Gerade bei dem Anbieter, wo "Kunde" vor der Gruppe auf die Waage muss.

Schönes Wochenende.

Schönes Wochenende

polmu
am Freitag, 4. November 2011, 18:44

Und warum?

Weil sich es sich ein Arzt ob des drohenden Verlustes sowohl seines Patienten als auch seines Rufes nicht so einfach erlauben kann, dem (zumeist nicht wirklich) Abnehmwilligen die nackte Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Nämlich : Sie fressen erstens zuviel und zweitens das Falsche!" Zudem ist es dem Arzt auch nicht so ohne weiteres möglich für seine ehrliche Ernährungsberatung finanziell das zu verlangen, was kommerzielle (und anonyme) Organisationen den Leuten abknöpfen.

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