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TNF-Blocker: Lymphome bei Kindern und jungen Erwachsenen

Freitag, 4. November 2011

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat die Überprüfung von Biologika, die gegen den Tumornekrosefaktor (TNF) gerichtet sind, intensiviert. Grund ist eine anhaltende Serie von hepatosplenalen T-Zell-Lymphomen (HSTCL) bei Kindern und jungen Erwachsenen.

Das HSTCL ist eine aggressive Variante des Non-Hodgkin-Lymphoms. Es tritt vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (unter 30 Jahren) auf. Die Prognose ist infaust. Die Überlebenszeit liegt im Mittel bei weniger als 2 Jahren. Das HSTCL ist äußerst selten. Sein Auftreten bei Patienten, die mit TNF-Blockern behandelt wurden, legte deshalb früh den Verdacht nahe, dass der Tumor eine Folge des gezielten Eingriffs des Medikamentes in die Immunabwehr ist.

Die FDA hat seit 2008 mehrfach auf die Assoziation hingewiesen. Bis Ende 2010 konnte die FDA 28 Einzelfälle ermitteln, die entweder der Behörde gemeldet oder in der Literatur publiziert wurden. Insgesamt 25 der 28 Patienten hatten Infliximab, davon 5 in Kombination mit Adalimumab, erhalten.

Weitere 15 Erkrankungen waren unter Azathioprin oder Mercaptopurin aufgetreten, so dass die FDA bei der letzten Mitteilung im April 2011 nicht mehr davon ausging, dass das HSTCL spezifisch für TNF-Blocker ist. Sie vermutet, dass das Lymphom die Folge der intensiven Immunsuppression ist. Dafür sprach auch, dass die meisten Patienten Kombinationen aus mehreren immunsupprimierenden Medikamenten erhalten hatten.

Jetzt stehen die TNF-Blocker wieder im Zentrum. Die FDA hat den Herstellern von Remicade (Infliximab), Enbrel (Etanercept), Humira (Adalimumab), Cimzia (Certolizumab) and Simponi (Golimumab) eine verschärfte Surveillance auferlegt. Neue Erkrankungen müssen innerhalb von 15 Tagen gemeldet werden. Außerdem sind Dossiers zum weiteren Verlauf und jährliche Übersichten zu erstellen. Ziel ist es mögliche Risikofaktoren für die HSTCL zu ermitteln. © rme/aerzteblatt.de

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