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Bonus-Malus bei Organspende

Montag, 7. November 2011

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö) hat es in einer Stellungnahme begrüßt, dass die Bundesbürger durch „sanften Druck“ in Form einer Entscheidungslösung dazu bewogen werden sollen, eine Erklärung für oder gegen eine Organspendebereitschaft abzugeben. Sie hält aber Ergänzungen für notwendig, weil sonst viele Befragte erklären würden, sich lieber später zu entscheiden.

So sollten zur Organspende bereite Bürger, die selbst ein Organ benötigen, auf der Warteliste einen Bonus behalten. Bürger, die erklärt haben, nicht spenden zu wollen, würden umgekehrt einen Malus erhalten.

„Diese Regel der Gegenseitigkeit wird dazu führen, dass die Bürger sich in ihrer Spendebereitschaft auch in die Rolle des potenziellen Empfängers versetzen werden“, heißt es in der Stellungnahme. Zugleich werde die Ungerechtigkeit ausgeräumt, dass bei zwei gleich geeigneten und bedürftigen Empfängern heute auch der ein Organ erhalten könne, der selbst einer Spende widersprochen habe.

Darüber hinaus schlagen die Gesundheitsökonomen vor, ein bundesweites Register anzulegen, um Erklärungen für oder gegen eine Spende zu dokumentieren. Dies „erspart allen Beteiligten die Belastungen des Angehörigengesprächs“, so die Begründung. Sie würden informiert, müssten aber keine Entscheidung treffen. 

Die dggö ist der Auffassung, dass die Umsetzung ihres Vorschlags auch die Hirntod-Debatte entschärfen würde. Sorgen darüber, ob der Hirntod wirklich das Ende des Lebens bedeute, seien legitime Privatangelegenheit, so die Argumentation.

Gleichwohl dürften diejenigen, die deshalb nicht zur Organspende bereit seien, nicht erwarten, im Bedarfsfall gleichberechtigt Organe zu erhalten.

Die dggö wurde im Jahr 2008 gegründet und hat derzeit rund 550 Mitglieder. Die Stellungnahme zur Organspende hat der Vorstand unter Federführung von Friedrich Breyer, Universität Konstanz, erarbeitet. Dem Vorstand gehört auch der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem an.

 

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  © Rie/aerzteblatt.de

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KClemens
am Mittwoch, 9. November 2011, 21:12

@Senbuddy

Wenn man sich einmal auf der Homepage der dggö umschaut, wird einem einiges klar. Da sind zwar jede Menge Dr.-Titel vorhanden, aber die meisten dürften keine Dres. der Medizin sein. Sieht eher alles nach Business School etc. aus.
Senbuddy
am Mittwoch, 9. November 2011, 01:05

Gerecht ?

Das ist eher selbstgerecht.

Was ist mit denen, die aufrgrund diverser Dispositionen nicht Spender sein können ? Die können leichten Herzens Ihre Spendenbereitschaft erklären, wissen sie doch, dass sie sowieso nie dran kommen. Die Glücklichen !

Und wer nicht so viel Glück hat, muß sich unter Druck als "potentielles Ersatzteillager" hingeben oder wird benachteiligt. Eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera: Egal, wie man entscheidet, man kann nur verlieren.

Und das soll "sanfter Druck" sein ? Das ist zwar subtil, aber keineswegs sanft. Hier wird leichtfertig, unreflektiert und aus durchsichtigen ökonomischen Gründen mit den Ur- und Lebensängsten jedes Einzelnen gespielt. Das sind Ideen von ethisch verrohten Geschäftemachern.

Viele Grüße
S.
Thelber
am Montag, 7. November 2011, 19:44

Das klingt plausibel so ...

... und sehr gerecht !

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