Was die Deutschen über Schlaganfälle wissen
Montag, 7. November 2011
Berlin – Die meisten Deutschen wissen offenbar, was bei einem Schlaganfall im Körper passiert und kennen wichtige Risikofaktoren. Besonders bei jüngeren Menschen gibt es allerdings noch Aufklärungsbedarf.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Inititative „Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit“. Mehr als die Hälfte der befragten Deutschen (52 Prozent) wusste, dass ein Schlaganfall eine Durchblutungsstörung des Gehirns bezeichnet. Weitere elf Prozent sagten, es handle sich um einen Gehirnschlag, zehn Prozent sprachen von einer Hirnblutung, neun Prozent von einem Hirninfarkt. Bei den 18- bis 29-Jährigen musste jeder Fünfte (22 Prozent) bei dieser Frage passen.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten konnte mindestens ein Anzeichen für einen Schlaganfall aufzählen. Am häufigsten nannten sie plötzliche Lähmungserscheinungen (50 Prozent), gefolgt von Sprachstörungen (43 Prozent), Bewusstlosigkeit (14 Prozent) und Übelkeit oder Erbrechen (13 Prozent).
Bei den Risikofaktoren benannten 58 Prozent den Tabakkonsum als schädlich. Auch eine ungesunde Ernährung (39 Prozent), Alkohol (34 Prozent), Bluthochdruck (31 Prozent), Bewegungsmangel (30 Prozent) und Stress (29 Prozent) wurden häufig genannt.
„Das Wissen um Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel oder das Rauchen ist besonders wichtig. Denn diese können von den Menschen selbst beeinflusst werden“, sagte Arno Villringer, Leitender Koordinator des Kompetenznetzes Schlaganfall.
Der Zusammenhang zwischen anderen Vorerkrankungen und Schlagfällen ist dagegen den wenigsten bewusst: Nur sieben Prozent der Befragten nannten Diabetes als potenzielle Gefahr. Nahezu unbekannt sind auch die Risiken von Herzkrankheiten wie dem Vorhofflimmern. Wissensdefizite gibt es auch bei Fragen der Therapie. So konnten nur 13 Prozent der Befragten den Begriff „stroke unit“ einordnen.
© hil/aerzteblatt.de
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