Detroit – Patienten, die sich einer radikalen Prostatektomie unterziehen müssen, sind laut einer neuen Studie im Journal of Urology (doi: 10.1016/j.juro.2011.06.068) in akademischen Lehrkrankenhäusern besser aufgehoben – zumindest in den USA.
Laut der Studie folgten auf Eingriffe in Krankenhäusern, die medizinisches Personal ausbilden, weniger postoperative Komplikationen. Das treffe jedoch nicht generell auf alle Eingriffe oder Therapien in solchen Häusern zu, so die Autoren vom Vattikuti Urology Institute in Detroit.
Die radikale Prostatektomie ist eine primäre Therapieoption für Patienten mit klinisch lokal begrenztem Prostatakarzinom. Laut Leitlinien ist sie bei solchen Patienten die Methode der Wahl, um die Progression des Tumors zu verringern und das Risiko für Fernmetastasen zu minimieren. Der Operateur versucht nach Möglichkeit, die Harnkontinenz und die Erektionsfunktion des Patienten zu erhalten.
Bei ihrer Analyse von rund 90.000 Prostatektomien, die zwischen 2001 und 2007 erfolgten, fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Eingriffe in akademischen Lehrkrankenhäusern signifikant weniger Komplikationen zur Folge hatten. Dazu gehörten weniger benötigte Bluttransfusionen, kürzere Krankenhausaufenthalte und geringere Komorbiditäten.
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Auch in Deutschland gibt es die Diskussion um Mindestmengen: Laut einer Untersuchung durch die deutsche Krebsgesellschaft liegt der Erfolg einer Prostatektomie auch an dem jeweiligen Krankenhaus.
So ermittelte ein Expertenteam, dass eine radikale Prostatektomie als sicherer gilt, wenn in dem entsprechenden Krankenhaus mindestens 50 Eingriffe pro Jahr, mindestens 25 Eingriffe pro Operateur pro Jahr sowie ein entsprechendes Ausbildungsprogramm stattfinden.
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