Hamburg – Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist einem Rätsel der multiplen Sklerose (MS) näher gekommen. In den Proceeding of the National Academy of Sciences USA (PNAS) haben die Wissenschaftler beschrieben, wie MS die Architektur des Gehirns verändert (doi 10.1073/pnas.1110024108).
Die Forschungsgruppe um Andreas Engel vom Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie am UKE zeigte mittels funktioneller Magnetresonanztomographie: Je stärker die Nervenfasern im Gehirn der Patienten geschädigt und kognitive Prozesse beeinträchtigt waren, desto mehr kommunizierten beziehungsweise koppelten bestimmte Hirnareale miteinander.
Damit gelang es den Wissenschaftlern, nach ihrer Einschätzung einen neuen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß kognitiver Störungen und Veränderungen von Kommunikationsprozessen im Gehirn herzustellen.
Warum bestimmte Hirnregionen bei MS trotz zunehmender Schädigung stärker miteinander kommunizieren als bei Gesunden, bleibt aber noch Spekulation. Momentan gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Verlust vieler Verbindungen dazu führt, dass die Netzwerke weniger variabel agieren und daher verstärkt untereinander kommunizieren.
Wunsch der Wissenschaftler ist es, aus den Ergebnissen neue diagnostische und therapeutische Ansätze bei MS zu entwickeln. Denkbar wäre ihrer Meinung nach etwa, die neue Methode als zusätzliches Monitoringsystem zu nutzen, um das Ausmaß der Erkrankung besonders im frühen Stadium besser einzuschätzen. Ferner könnten die Ergebnisse helfen, Veränderungen der Hirnarchitektur zukünftig auch bei anderen Krankheiten besser zu deuten.
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