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Mit der Reform sollen außerdem die Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen verbessert werden, um das Berufsfeld attraktiver zu machen. Dazu soll auch eine einheitliche Berufsausbildung für Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege beitragen, sowie der Abbau von unnötiger Bürokratie.
„Wir wollen, dass Dokumentation und Qualitätssicherung, auf die wir nicht werden verzichten können, integraler Bestandteil der Pflege werden und kein Selbstzweck“, betonte Bahr. Das Bundesgesundheitsministerium hat deshalb bereits eine Ombudsstelle eingerichtet, an die man sich mit Vorschlägen zur Entbürokratisierung in der Pflege wenden kann.
Kritik von Opposition und Verbänden
Das ganze Konzept greift nach Ansicht des Sozialverbands VdK zu kurz. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher erklärte, um die häusliche Pflege von Demenzkranken finanziell zu unterstützen, seien mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr notwendig.
Für den GKV-Spitzenverband sagte Florian Lanz: "Man muss erhebliche Zweifel haben, ob der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff noch vor der Bundestagswahl 2013 kommt."
Die SPD-Gesundheitspolitikerin Hilde Mattheis nannte die Eckpunkte „eine Katastrophe“ für die Demenzkranken in Deutschland. Sie warf Bahr vor, er spiele auf Zeit. Nach Einschätzung des Grünen Fraktionsvize Fritz Kuhn ist die Regierung „an der Pflegereform gescheitert“. Sie gehe die wesentlichen Herausforderungen nicht an, „nämlich eine solide und nachhaltige Finanzierung und die überfällige Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs“.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert den Kabinettsbeschluss als vage und mutlos. Inhaltlich würden mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Caritas-Präsident Peter Neher forderte „eine zügige Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs“.
Nur dies mache eine echte Reform aus. Auch stehe eine nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung aus. „Menschen mit niedrigem Einkommen oder im Hartz-IV-Bezug können sich eine private Zusatzversicherung einfach nicht leisten“.
Auch die Deutsche Hospiz Stiftung griff den Beschluss der Regierung an. Die Hoffnungen, die der Koalitionsvertrag geweckt habe, seien damit beerdigt worden, sagte der Geschäftsführende Vorstand Eugen Brysch. Eine zukunftssichernde Pflegereform werde es in dieser Legislaturperiode nicht geben. „Es ist an der Zeit, dass die junge Generation auf die Barrikaden geht. Das heute zum Reißen gespannte Netz wird, wenn sie zum Pflegefall wird, keine Sicherheit mehr bieten.“
Der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer, äußerte sich erfreut über die Eckpunkte. Er sehe darin aber nur „den allerersten Schritt in Richtung einer Pflegereform“. Nach Ansicht von SoVD-Präsident Adolf Bauer reichen die Beschlüsse „bei weitem nicht aus, um die Pflege umfassend zu reformieren“.
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