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Zahl der HIV-Neuinfektionen ist gesunken

Montag, 21. November 2011

Berlin/Köln – Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist gesunken. Das zeigen die Ergebnisse eines neuen Berechnungsverfahrens des Robert Koch-Instituts (RKI) anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember. Das Verfahren ermöglicht laut RKI eine genauere Schätzung des Infektionszeitpunktes als bisher. Demnach geht das Institut für das laufende Jahr von 2.700 Neuinfektionen (2.250 Männer und 450 Frauen) aus, bislang lag die Zahl bei etwa 3.000.
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Weltweit leben 34 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. Das geht aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht des UN-Programms gegen Aids (UNAIDS) hervor. Durch eine bessere Versorgung mit Medikamenten starben dem Bericht zufolge 2010 nur noch 1,8 Millionen Menschen an Aids – 2006 waren es noch 2,2 Millionen. Auch weltweit geht die Zahl der Neuinfektionen zurück.

HIV-Infektion nach wie vor nicht heilbar
„Zu den wichtigsten Ursachen für diese positive Entwicklung gehören die intensivierte Prävention und die zunehmend frühere Diagnose und Behandlung HIV-Infizierter, die dann weniger infektiös für ihre Sexualpartner sind“, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger. Eine HIV-Infektion sei aber nach wie vor nicht heilbar, auch wenn sie mit Medikamenten meist gut behandelbar sei.

Die Welt stehe „am Rande eines wichtigen Durchbruchs“, erklärte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé. „Neue HIV-Infektionen gehen weiter zurück und mehr Menschen als jemals zuvor werden behandelt.“ Medikamente gegen das Virus haben nach Angaben von UNAIDS allein im vergangenen Jahr schätzungsweise 700.000 Aids-Kranken das Leben gerettet. 

Weltweit wird den Angaben zufolge mittlerweile die Hälfte der Erkrankten behandelt. Verbessert hat sich der Zugang zu Medikamenten vor allem in Afrika, wo 68 Prozent der Infizierten leben. In den Ländern südlich der Sahara wurden 2010 laut UNAIDS 20 Prozent mehr HIV-Infizierte behandelt als ein Jahr zuvor. 

Die Gesamtzahl der in Deutschland mit HIV oder Aids lebenden Menschen beträgt dem RKI zufolge etwa 73.000. Das RKI geht nach den Ergebnissen der Modellrechnung davon aus, dass bei etwa 14.000 der 73.000 HIV-Infizierten die Infektion noch nicht diagnostiziert worden ist.

Für 2011 rechnet das Institut mit etwa 500 Todesfällen bei HIV-Infizierten. Die am stärksten von HIV betroffene Gruppe sind nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben, 45.000 der in Deutschland mit HIV oder Aids lebenden Personen gehören zu dieser Gruppe.

Prävention wirkt
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte: „Der Rückgang der HIV-Neuinfektionen in Deutschland zeigt: Prävention wirkt“. HIV und Aids könnten weltweit nur erfolgreich besiegt werden, wenn alle zusammen­arbeiteten, wenn die Menschenrechte beachtet und betroffene Menschen nicht ausgegrenzt würden. „Hierfür tragen wir alle eine gemeinsame Verantwortung. Jeder und jede Einzelne kann hierfür etwas tun“, so Bahr.

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wertet den Rückgang der Neuinfektionen als Erfolg der Präventions­arbeit. „Die sinkende Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt eindrücklich: Kontinuierliche Präven­tions­arbeit zahlt sich aus“, sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott.

Das Verhütungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland habe sich seit Beginn der Aidsaufklärung stetig verbessert und erreiche heute Bestwerte. „Diese Zahlen zeigen, dass die langjährige nationale Präventionsstrategie zur Bekämpfung von HIV/Aids in Deutschland vorbildlich ist und nachhaltig wirkt“, so Pott.

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Ebenso betont die Deutschen Aids-Hilfe (DAH) die „hervorragende HIV-Prävention in Deutschland“. „Die Menschen wissen gut Bescheid, wie sich eine Infektion vermeiden lässt und schützen sich mehrheitlich konsequent“, erklärte Manuel Izdebski, Mitglied im DAH-Vorstand.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Neuinfektionen ist der DAH zufolge der frühe Therapiebeginn. „Heute wird generell früher mit der Therapie begonnen als vor einigen Jahren“, so Izdebski. Demnach nehmen 80 Prozent der rund 73.000 Menschen mit HIV in Deutschland Medikamente gegen die Virusvermehrung – so viele wie nie zuvor.

Weltweit  sind die  Neuinfektionen mit dem HI-Virus seit 1997, dem vermutlichen Höhepunkt der Aids-Epidemie, bis 2010 um 21 Prozent auf 2,7 Millionen gefallen, wie es in dem UNAIDS-Bericht heißt. Darunter waren den Angaben zufolge 390.000 neugeborene Kinder.

Die Aids-Epidemie sei noch nicht „gestoppt“, betonte Sidibé. Die Vision einer Welt ohne Neuinfektionen und Aidstote komme aber näher. „Jede Neuinfektion ist eine zu viel“, erklärte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP). Um Aids einzudämmen, müsse vor allem „intelligent investiert“ werden. © hil/afp/aerzteblatt.de

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