Winnipeg/Nancy – Patienten mit den entzündlichen Darmkrankheiten Morbus Crohn und Colitis haben, vermutlich aufgrund der langjährigen Therapie mit Immunsuppressiva, ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Besonders ausgeprägt war es in zwei Studien in Gastroenterology (2011; 141: 1612-1620 und 1621-1628), wenn die Patienten mit Thiopurinen behandelt wurden.
Zu den Thiopurinen gehören Azathioprin, 6-Thioguanin und 6-Mercaptopurin. Sie sind bewährte Medikamente in der Therapie der beiden entzündlichen Darmerkrankungen, und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko gefährdet sicher nicht ihren Einsatz.
Laurent Peyrin-Biroulet von der Universität Nancy, der Leitautor der ersten der beiden Studien, rät den Patienten allerdings, während der Therapie die Haut vor den Wirkungen von UV-Strahlen zu schützen, die als Verursacher von Spinalzellkarzinom und Basaliom gelten.
Peyrin-Biroulet hat die Daten einer französischen Kohorte von fast 20.000 Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen ausgewertet. Seine Multivariat-Analyse ergibt für Patienten unter einer laufenden Therapie mit einem Thiopurin ein fast 6-fach erhöhtes Hautkrebsrisiko (Hazard Ratio HR 5,9; 95-Prozent-Konfidenzintervall 2,1–16,4). Auch für frühere Anwender war das Risiko noch 4-fach erhöht (HR 3,9; 1,3–12,1). Pro Jahr einer Therapie mit Thiopurinen stieg das Risiko um 8 Prozent (HR, 1,08; 1,05-1,11).
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Harminder Singh von der Universität von Manitoba in Winnipeg. In seiner Datenbank von fast 10.000 Patienten war das Risiko auf ein Spinaliom unter Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen sogar 20-fach erhöht (Odds Ratio 20,52; 2,42–173,81).
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