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Akne: Orale Antibiotika begünstigen Pharyngitis

Dienstag, 22. November 2011

Philadelphia – Akne-Patienten, die langfristig mit oralen Antibiotika behandelt werden, erkranken einer Studie in den Archives of Dermatology (2011; doi: 10.1001/archdermatol.2011.355) zufolge deutlich häufiger an einer Pharyngitis. Eine Kolonisation mit A-Streptokokken war jedoch selten.

Akne ist bei Heranwachsenden eine häufige Erkrankung und nicht selten kommen orale Antibiotika zum Einsatz. Sie werden oft über längere Zeit eingesetzt, da es nach dem Ende der Therapie bald zu einem Rezidiv kommt.

Viele Patienten bemerken aber auch eine Halsentzündung. In der Querschnittsuntersuchung, die David Margolis von der Perelman School of Medicine in Philadelphia unter College-Studenten durchführte, berichteten zwei Drittel der Patienten, die Antibiotika einnahmen, dass sie in den letzten 30 Tage eine Angina gehabt hätten. Unter den Akne-Patienten ohne orale Antibiotika erinnerte nur ein Dritten eine Angina.

Margolis entschloss sich der Sache in einer Longitudinalstudie auf den Grund zu gehen. Insgesamt 576 Akne-Patienten, von denen 6,2 Prozent orale und 16,6 Prozent topische Antibiotika anwendeten, wurden über 9 Monate begleitet. Tatsächlich kam es unter der oralen, nicht aber unter der topischen Antibiotikatherapie viermal häufiger zu einer Pharyngitis (Häufigkeit 11,3 vs. 3,3 Prozent; Odds Ratio 4,34; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,51-12,47).

Die Ursache ist nicht bekannt. Bekanntlich werden neun von zehn Pharyngitiden durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht, so dass eine Veränderung der Rachenflora keinen Erklärungsansatz bietet. Glücklicherweise kam es nur selten zu einer Besiedlung mit A-Streptokokken (Prävalenz 1 Prozent), so dass nach Ansicht der Autoren nicht von einer echten Gesundheitsgefährdung auszugehen ist. © rme/aerzteblatt.de

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