Pharmagroßhändler warnen vor Engpässen bei Novartis-Medikamenten
Freitag, 25. November 2011
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| dpa |
Mannheim – Hinter den Kulissen der Pharmabranche wird derzeit ein Streit um Lieferkonditionen zwischen dem Hersteller Novartis und drei der größten Händler ausgetragen. Die betroffenen Unternehmen
Phoenix, Gehe (
Celesio) und
Sanacorp warnen bereits vor möglichen Lieferengpässen. Sie erhalten von Novartis drei verschreibungspflichtige Medikamente vorerst nicht.
„Damit ist die Versorgung der Apotheken mit Produkten von Novartis gefährdet“, teilte Phoenix gestern in Mannheim mit. Auch der Stuttgarter Konzern Celesio fürchtet Lieferengpässe. Novartis und der Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA) sehen dagegen keine Gefahr.
Die drei Großhändler kommen zusammen auf ein Marktvolumen von fast 60 Prozent. Unter den Lieferstopp fallen nach Angaben aus der Branche die Medikamente Glivec (gegen Leukämie), Lucentis (bei schwerwiegenden Augenerkrankungen) und Diovan (Blutdrucksenker).
Novartis ließ mitteilen, dass Skonto-Regelungen angepasst würden. „Diese Regelungen waren nicht mehr zeit- und marktgemäß“, hieß es. Andere Unternehmen bestellten bereits zu den neuen Konditionen. Die Versorgung der Apotheken und damit der Patienten war und ist damit zu jeder Zeit sichergestellt, hieß es weiter.
Apotheker sehen keine Gefahr von Engpässen
Auch eine Sprecherin des BVDA sieht keine Gefahr, dass Patienten nicht an ihre Medikamente kommen. „Es kommt auf gar keinen Fall zu Engpässen“, sagte sie. Außer über den Großhandel könnten Apotheken auch direkt bei den Herstellern bestellen. Das sei zwar umständlicher, aber möglich.
Insider schätzen, dass den Großhändlern etwa 40 bis 50 Millionen Euro entgehen könnten, sollten sie sich auf die neuen Novartis-Konditionen einlassen. Phoenix kritisierte, sie seien „unangemessen und können deshalb nicht akzeptiert werden“.
In der Branche kann man sich nicht an ähnliche Fälle erinnern. „Normalerweise wird verhandelt und dabei trotzdem geliefert“, sagte ein Celesio-Sprecher. Er sagte, es werde weiter verhandelt. Parallel laufe aber auch eine rechtliche Prüfung. Auch Phoenix behält sich rechtliche Schritte vor.
© dapd/aerzteblatt.de
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