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Aids: Studie zu Vaginalgel gestoppt

Montag, 28. November 2011

Pittsburgh – Der Voice-Studie zur Präexpositionsprophylaxe von HIV bei afrika­nischen Frauen ist weiterhin kein Glück beschieden.

Nachdem im September bereits der Thera­pie­arm zur oralen Einnahme von Tenofovir wegen fehlender Effektivität abge­brochen wurde, hat sich jetzt auch die Anwendung eines Vagi­nalgels als unwirksam erwiesen. Ein weiterer Studien­arm mit einer Kombina­tion aus Tenofovir plus Emtricitabin wird fortgesetzt.

Dass junge Frauen in den Hochendemieländern Afrikas einen besseren Schutz vor einer HIV-Infektion benötigen, steht außer Zweifel. Eine voreheliche Enthaltsamkeit ist dort zumeist nur ein frommer Wunsch. Zudem stößt bei vielen Partnern die Benutzung von Kondomen auf Ablehnung.

Obwohl sie genau über die Risiken eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs aufgeklärt wurden, infizierten sich in der Vaginal and Oral Interventions to Control the Epidemic oder VOICE-Studie etwa 6,0 Prozent der Frauen, die ein Placebogel benutzt hatten, innerhalb von nur 2 Jahren mit HIV.

Unter den Frauen, deren Vaginal-Gel 1 Prozent Tenofovir enthielt, waren es 6,1 Prozent. Dies wurde jetzt vom Microbicide Trials Network (MTN) mit Sitz in Pittsburgh mitgeteilt. Sponsor der Studie ist das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Der Grund für die Ineffektivität des Gels, das in der CAPRISA 004-Studie das Infektionsrisiko um 39 Prozent – und bei Frauen die es regelmäßig angewendet hatten sogar um 54 Prozent – senkte, ist unklar. Ein Unterschied liegt in der Zielgruppe.

An CAPRISA 004 hatten HIV-diskordante Paare teilgenommen: ein Partner war HIV-infiziert, der andere nicht. Die Teilnehmerinnen der VOICE-Studie – 5.029 jüngere Frauen aus Südafrika, Uganda und Simbabwe – waren nicht verheiratet, viele hatten multiple Partner oder es war nicht ausgeschlossen, dass ihr Partner nicht doch HIV-positiv war oder es im Verlauf der Studie durch andere Sexualkontakte wurde.

Eigentlich sollte die Studie noch bis 2013 fortgesetzt werden. Doch im September war der erste der fünf Arme abgebrochen worden. Eine Zwischenauswertung ergab, dass die Monotherapie mit Tenofovir das Risiko einer Ansteckung nicht senkte. Jetzt wurden zwei weitere Arme – Vaginal-Gel mit und ohne Tenofovir abgebrochen. Fortgesetzt werden noch der Arm mit der Kombination aus Tenofovir plus Emtricitabin und die Kontrollgruppe mit einer oralen Placebo-Behandlung.

Zwei frühere Studien, PrEP und TDF2, hatten gezeigt, dass die Kombination aus Tenofovir plus Emtricitabin Frauen und Männer mit einem diskordanten Partner schützt. In der FEM-PrEP-Studie war Tenofovir plus Emtricitabin bei Frauen mit einem hohen HIV-Risiko (ohne bekanntermaßen diskordanten Partner) dagegen unwirksam.

Erst im Oktober war die FACTS 001-Studie begonnen worden. Sie soll die Ergebnisse der CAPRISA 004-Studie, die eine relativ kleine Teilnehmerzahl hatte, bestätigen. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.

Kürzlich wurde berichtet, dass die Ausbreitung von HIV in Afrika dort doch zu einer Änderung der Sexualgewohnheiten geführt hat. Die Kondombenutzung soll zugenommen und die Zahl wechselnder Sexualpartner abgenommen haben. © rme/aerzteblatt.de

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