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Online-Arztpraxis bietet Diagnosen und Behandlung an

Montag, 28. November 2011

London – Diagnosen und Behandlungen bietet ab heute eine Online-Arztpraxis namens „Dr Ed“ den Patienten in Deutschland an. Die in London von den britischen medizinischen Aufsichtsbehörden zugelassene Arztpraxis bietet Sprechstunden zur Männergesundheit (Impotenz, Haarwuchs), Frauengesundheit (Verhütung), die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten sowie Malariaprophylaxe für Auslandsreisen an. Die Bundesärztekammer zeigte sich skeptisch.

Der Besuch der Sprechstunde und Diagnose sind für den Patienten kostenfrei, lediglich bei einer Behandlung, etwa durch das Verordnen von Medikamenten, fallen Kosten abhängig vom jeweiligen Thema an. „Dr Ed“ kooperiert mit Laboren in Deutschland, zum Beispiel für die Analyse von Urinproben.

Auf Wunsch führen deutsche Versandapotheken die Arzneimittelverordnungen von „Dr Ed“ mit deutschen Präparaten aus. „Vom Besuch der telemedizinischen Praxis von DrEd bis hin zur Entgegennahme des verschriebenen Arzneimittels muss der Patient sein Haus daher nicht verlassen“, hieß es aus der neuen Online-Praxis.

„Dr Ed richtet sich anfangs primär an Selbstzahler, da die deutschen gesetzlichen Krankenkassen fern- beziehungsweise telemedizinische Leistungen noch nicht erstatten“, erläuterte David Meinertz (37), Gründer von „Dr Ed“, das Startangebot. Künftig plane er aber auch ärztliche Leistungen, deren Kosten private und gesetzliche Kassen übernehmen.

Die Bundesärztekammer wies darauf hin, dass der (Muster-)Berufsordnung für die deutschen Ärztinnen und Ärzte zufolge, nach der sich die verbindlichen Berufsordnungen der Ärztekammern in den Bundesländern richten, Ärztinnen und Ärzte die individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich aus der Ferne durchführen dürfen.

Ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis sei durch persönlichen Kontakt möglich und diene dem Schutz des Patienten, betonte die BÄK. Eine Behandlung nur über das Internet könne so nicht im Interesse des Patienten sein. Telemedizinische Verfahren können grundsätzlich hilfreich sein, aber nicht die ärztliche Kompetenz ersetzen, hieß es aus der BÄK.

Kritik kam auch vom NAV-Virchowbund:„Eine Diagnose aus einer Online-Befragung ist keine Diagnose, sondern eine Vermutung“, sagte der NAV-Vorsitzende, Dirk Heinrich, gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel. „Was der Patient wirklich braucht, findet man online nicht heraus“, warnte auch die Urologin Sabine Kliesch in dem Nachrichtenmagazin. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 3. Dezember 2011, 12:06

"Am Telefon und durch die Hose stellt man keine Diagnose"

... war der vortreffliche Eintrag einer befreundeten Kollegin auf ihrer Facebook-Pinwand. ..."und auch per EDV ist viel zu ungenau" möchte man ergänzen. Mf+kG
ede65
am Dienstag, 29. November 2011, 13:11

Sehr interessant!

Vielleicht hat der Kollege auf seine Art mehr Zeit für die Patienten?
Wieso soll das nicht bis zu einem gewissen Grad gehen? Eins ist doch klar:
das wichtigste bei einem Arztbesuch ist die Anamnese. Sie bringt schon die entscheidenden Hinweise auf die Probleme und sie ist aufgrund Ihrer psychologischen Komponente ein erstes und auch oft ein sehr gutes Heilmittel.
Die 5 Minuten Medizin, die die Kollegen von dem System aufgezwungen bekommen, kann dies nicht mehr leisten. Wieso soll eine ausführliche Aufklärung zum Thema Verhütung oder erektiler Dysfunktion so nicht funktionieren. Die nächsten Schritte können so geplant werden und der Patient hat nicht da Gefühl in der Praxis zu stören. Auch die Schulmedizin sollte sich den neuen Kommunikationsmethoden gegenüber öffnen und sie nutzen, sonst wird Sie von Visionären in einigen Bereichen rechts überholt.

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