EHEC-Ausbruch geht auf Bockshornkleesamen aus Ägypten zurück
Dienstag, 29. November 2011
Elektronenmikroskopische Aufnahme von EHEC (Foto: Manfred Rohde, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung)
Berlin – Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen sind als Ursache des diesjährigen EHEC-Ausbruchs bestätigt worden. Wo und wie die Samen, die in einem niedersächsischen Gartenbaubetrieb und von Privatpersonen zur Sprossenproduktion verwendet wurden, mit dem Ausbruchserreger in Kontakt gekommen seien, habe sich jedoch nicht ermitteln lassen, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Dienstag zum Abschluss der Untersuchungen in Deutschland und Europa mit.
Bundesweit waren in diesem Jahr 53 Menschen im Zusammenhang mit dem aggressiven Darmerreger gestorben. Ein Sprossen-Anbaubetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel, der aus Ägypten importiertes Saatgut verarbeitet hatte, war von den Behörden als Verbreiter des EHEC-Erregers ausgemacht und gesperrt worden.
„Dieser Ausbruch war einer der folgenschwersten lebensmittelbedingten Ausbrüche der Nachkriegszeit in Europa“, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. „Die bei der Aufklärung des Ausbruchs gesammelten Erfahrungen nutzen wir, um für zukünftige Krisen optimal in Deutschland und Europa gerüstet zu sein.“
Das Institut forderte Unternehmen auf, bei Anbau, Lagerung, Behandlung und Transport von Samen zur Sprossenherstellung auf strenge hygienische Anforderungen zu achten. So soll das Risiko einer Kontamination mit Krankheitserregern so gering wie möglich gehalten werden.
Sprossenproduzenten werde außerdem geraten, nur Samen zu verwenden, die zum Zweck der Sprossenproduktion gewonnen worden seien. Das BfR mahnt zudem an, den Herstellungsprozess und die produzierten Sprossen mittels mikrobiologischer Kontrollen in angemessenen Abständen zu überprüfen.
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