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Training könnte verlorenen Geruchssinn wieder aufbauen

Dienstag, 29. November 2011

New York – Die Fähigkeit zu riechen kann zwar im Laufe des Lebens durch Alter oder Erkrankungen wie Parkinson und Schizophrenie verloren gehen, aber die Betroffenen könnten es möglicherweise durch Training wieder erwerben. Wissenschaftler des Langone Medical Centers der Universität von New York haben diese Erkenntnisse jetzt in einer neuen Studie im Journal Nature Neuroscience (doi: 10.1038/nn.2966) veröffentlicht.

In ihrem Experiment exponierten die Autoren unter der Leitung von Donald Wilson durstige Ratten mit verschiedenen Gerüchen. Durch ein schmales Loch in einer Wand des Käfigs gab es entweder eine Geruchsmischung aus zehn verschiedenen Früchten, Ölen und Putzmitteln oder dieselbe Mischung nur mit einem einzigen vertauschten Stoff.

Die dritte Option bestand aus der gleichen Mischung abzüglich eines der Stoffe. Konnten die Ratten eine der Mischungen wiedererkennen, wurden sie mit einer Trinkwasserzufuhr aus jeweils verschiedenen Löchern belohnt.  

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Es stellte sich heraus, dass die Tiere erkannten, wenn einer der Geruchsstoffe ersetzt wurde, es jedoch nicht differenzieren konnten, wenn bloß einer der Stoffe fehlte. Danach setzten die Forscher den Ratten unter Narkose Elektroden ein, die zeigten, dass unterscheidbare Gerüche im Bulbus olfactorius ein hohes Aktivitätsmuster aufwiesen, während die Aktivität im olfaktorischen Kortex bei allen Stoffen in etwa gleich war.

Schließlich trainierten sie ihre Tiere erneut und erreichten nach häufiger Belohnung durch Wasserzufuhr auch in den Kortexarealen ein sehr differenziertes Aktivitätsmuster der Nervenzellen. Bei einem dritten Training, bei dem die Tiere ihren Geruchssinn wieder verlernten, sank auch dementsprechend die Nervenaktivität im olfaktorischen Kortex wieder auf das vorherige Niveau ab.

„Anders als die Sinneswahrnehmung aus Augen und Ohren verläuft der Weg zwischen Geruch und Sinneswahrnehmung nur über die zwei Stationen Bulbus olfactorius und Kortex“, erklärt Wilson. In seiner Studie habe man nun genauer klären können, wie der Mechanismus zwischen Umwelt, Nase und menschlichem Gedächtnis funktioniere und sogar trainierbar sei.

Er und seine wissenschaftlichen Kollegen beschreiben dieses Verhältnis als ein „Use-It-Or-Loose-It“-Phänomen. Der mangelnde Einsatz der Nase scheint nicht nur an so manchem Verlust des Geruchssinnes Schuld zu sein, sondern biete womöglich auch einen neuen Therapieansatz dafür, diesen wiederzuerlangen.

So könnten diese Erkenntnisse eventuell Einzug in die Behandlung von Geruchsstörungen halten. Eine sogenannte Anosmie kann beispielsweise als Frühsymptom eines Morbus Parkinson auftreten und ein klinisches Korrelat dieser neurogenerativen Erkrankung darstellen.  

 

 

 

 

 

  © hil/aerzteblatt.de

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