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KV Berlin kritisiert „Märchen von der Überversorgung“

Dienstag, 29. November 2011

Berlin – Gegen die These von der vermeintlichen Überversorgung in Ballungsräumen argumentiert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin. „Wenn der Vorsitzende der AOK-Rheinland ernsthaft glaubt, den Ärztemangel im ländlichen Raum durch eine Stilllegung von Praxen in Ballungsräumen wie Berlin und anschließende Umschichtung der Arzthonorare von Berlin aufs Land zu beheben, dann irrt er nicht nur, sondern er riskiert eine Unterversorgung in Großstädten mit gravierenden gesellschaftlichen und sozialen Folgen“, warnte der stellvertretende KV-Vorsitzende Uwe Kraffel.

Würde die KV in Berlin ab 2013 alle Arztpraxen aus rechnerisch überversorgten Gebieten aufkaufen, so müssten sie laut Kraffel etwa 773 Psychotherapeuten- und 75 Kinderarztsitze sowie fast jede dritte fachärztliche Internistenpraxis vom Markt wegkaufen. „Niemand kann ernsthaft glauben, diese Arztsitze seien für die Versorgung in Berlin entbehrlich, zumindest kein Patient in Berlin und Umland“, so der KV-Vize.

Entscheidend sei, die Bedarfsplanung neu zu ordnen und zu aktualisieren. Danach könne das im Entwurf des Versorgungsstrukturgesetzes vorgesehene Instrument des Aufkaufs von Praxen durch die KV eventuell „als allerletztes Mittel“ eingesetzt werden, so Kraffel. Er betonte aber, die Versorgung sei langfristig nur dann sicher, „wenn man nicht der Mär glaubt, die reale Unterversorgung könne mit dem Abbau einer vermeintlichen Überversorgung bekämpft werden“. © hil/aerzteblatt.de

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