Bonn – Nach Fallberichten über schwere Herzrhythmusstörungen unter der Therapie mit dem Antidepressivum Cipramil® hatte die US-Arzneibehörde FDA die Auswirkungen des Wirkstoffs Citalopram auf das EKG untersuchen lassen. Die Ergebnisse waren Anlass für eine Begrenzung der Maximaltagesdosis auf 40mg, über die jetzt der Hersteller auf Veranlassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) informiert.
Die Studie an gesunden Erwachsenen hatte ergeben, dass Citalopram das QT-Intervall im EKG dosisabhängig erhöht. Im Vergleich zu Placebo lag die durchschnittliche Abweichung vom Ausgangswert der QTcF (korrigiert nach Fridericia) laut BfARM bei 7,5 ms bei einer Dosis von 20 mg/Tag und bei 16,7 ms bei einer Dosis von 60 mg/Tag.
Das QT-Intervall im EKG spiegelt die ventrikuläre Repolarisation wider. Eine Verlängerung kann polymorphe ventrikuläre Tachyarrhythmien, die sogenannten „Torsade de pointes“ auslösen. Die Patienten erleiden dann Krampfanfälle, Schwindelgefühle oder Synkopen. In der Regel ist die Arrhythmie selbstlimitierend. Sie kann jedoch jederzeit in ein Kammerflimmern übergehen und zum plötzlichen Herztod führen, weshalb „Torsade de pointes“ immer ein Alarmzeichen sind.
Um das Risiko zu begrenzen, wird die Tagesdosis auf 40mg gesenkt. Die Behörden weisen in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass Studien keinen zusätzlichen Nutzen für die Behandlung von Depressionen mit Dosen von mehr als 40 mg täglich nachweisen konnten.
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