Kammer Westfalen-Lippe gegen Bürgerversicherung
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat sich für das duale Versicherungssystem aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen und gegen die von der SPD auf ihrem Bundesparteitag beschlossene Bürgerversicherung ausgesprochen.
„Durch eine Einheitsversicherung wird das Gesundheitssystem quasi sozialisiert. Damit verhindert man aber keine Zwei-Klassen-Medizin. Das ist lediglich ein Scheinargument. Vielmehr wird das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen abgeschafft“, sagte deren Präsident Theodor Windhorst in Münster.
Laut Windhorst kann sich der technische Fortschritt in der Medizin nur in einem nicht-budgetierten Bereich im Gesundheitssystem wie dem privaten Krankenversicherungssektor so entwickeln, dass in der Folge die gesamte Versorgung der Patienten davon profitiert. „Die von der SPD geplante einheitliche Bürgerversicherung ist nur auf den ersten Blick gerecht“, sagte der Kammerpräsident.
Medizinische Standards würden eingefroren, wer besondere medizinische Leistungen benötige, die über das Notwendige hinausgingen, werde sich diese einkaufen. Ein solidarisches System, in dem „die starke Schulter den Schwachen trägt“, werde erst durch die private Krankenversicherung möglich, sagte Windhorst.
© hil/aerzteblatt.de
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