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Bürger stehen Organspende positiv gegenüber

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Berlin – Die Bevölkerung unterstützt die neuen Organspende-Regelungen. Dies belegt eine Umfrage der Barmer GEK und der Bertelsmann Stiftung. Ihr zufolge schätzen 69 Prozent der Bürger die Bereitschaft zur Organspende durch die künftig vorgesehene Entscheidungslösung höher ein.

Am 24. November hatten sich die Bundestags­fraktionen im Bundestag auf einen Kompromiss geeinigt, welcher vorsieht, dass jeder Bürger zur Organspende nach seinem Tod befragt werden soll. 66 Prozent der Umfrageteilnehmer  können sich daraufhin vorstellen, sich zu einer Organspende bereit zu erklären. Und 60 Prozent derjenigen, die bisher keinen Organspende­ausweis besaßen, könnten durch die Entschei­dungslösung gewonnen werden, selbst ein Organ zu spenden.

Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, erklärt: „Es gilt, die zwei Drittel, die grundsätzlich für eine Organspende sind, tatsächlich zum Ausfüllen eines Organspendeausweises zu veranlassen.“

Die Zustimmungswerte seien äußerst positiv, stellte auch Barmer GEK Vorstandsvorsitzender Christoph Straub fest. Er schlägt vor, die  Aufklärungsarbeit deutlich zu intensivieren. Durch eine Kampagne müssten Ängste und Vorurteile genommen werden, sagt Straub und hofft dabei auf die Unterstützung der Bundesregierung.

Die Organspendebereitschaft wächst dem Gesundheitsmonitor 2011 zufolge mit dem Vertrauen in die Organentnahme und die Kriterien der Organverteilung.  Marlies Ahlert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg präsentierte die Studienergebnisse zur Akzeptanz von Verteilungskriterien: Demnach sind 85 Prozent der Befragten dafür, dass Personen mit langer Wartezeit auf ein Organ bei der Vergabe bevorzugt werden sollten.

Zu einer Benachteiligung solle nach der Meinung von 53 Prozent der Befragten Eigen­verschulden durch etwa Medikamenten- oder Drogenmissbrauch führen. Junge Menschen bevorzugt zu behandeln, wird von 59 Prozent der Befragten unterstützt. Zudem könne der Befragung zufolge, eine Regel zur Erhöhung der Spendenbereitschaft beitragen, die eine bevorzugte Organvergabe für Personen vorsieht, die sich schon frühzeitig zur Organspende bereit erklärt haben. © ag/aerzteblatt.de

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