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Erster Impfstoff gegen Noroviren nur schwach wirksam

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Houston – Der erste Impfstoff gegen Noroviren hat sich in einer klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2011; 365: 2178-87) als sicher erwiesen. Die Effektivität blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen wurde nur um etwa die Hälfte gesenkt.

Noroviren sind laut Robert-Koch-Institut für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden bei Kindern und bei Erwachsenen verantwortlich. Betroffen sind neben Kindern unter 5 Jahren vor allem ältere Personen über 70 Jahre, was die häufigen Ausbrüche in Krankenhäusern, Altenheimen oder auch auf Kreuzfahrtschiffen erklärt.

Auch wenn die Erkrankung selbst-limitierend ist und die Patienten sich nach ein bis drei Tagen von ihrer „Magengrippe“ erholen, wäre ein effektiver Impfstoff sicher wünschenswert, zumal die Erkrankung sehr ansteckend ist und schnell auf andere Personen übergreift. Nicht selten müssen Stationen geschlossen oder Kreuzfahrten abgebrochen werden.

Die US-Firma LigoCyte aus Bozeman im US-Staat Montana hat jetzt mehrere Impfstoffe entwickelt. Sie bestehen aus sogenannten „virus-like particle“, die die Außenhülle der Viren, nicht aber das Erbgut der Viren enthalten.

Sie können sich deshalb im Körper nicht replizieren. Die intranasale Variante des Impfstoffes wurde in einer Phase-I/II-Studie an 98 gesunden Erwachsenen getestet. Sie waren unter 454 Kandidaten ausgewählt worden, weil sie das Enzym Fucosyltransferase 2 bilden. Nur Träger dieser Eigenschaft werden von Noroviren infiziert.

Die Teilnehmer erhielten im Abstand von 3 Wochen zwei intranasale Impfungen entweder mit der Vakzine oder einem Placebo. Nach weiteren drei Wochen wurden die Studienteilnehmer mit Noroviren inokuliert.

Wie Robert Atmar vom Baylor College of Medicine in Houston und Mitarbeiter berichten, kam es im Placebo-Arm bei 69 Prozent zu einer Gastroenteritis. Im Impfstoff-Arm erkrankten 37 Prozent. Auch der Schweregrad der Erkrankung wurde gemildert.

Eine Infektion selber wurde selten verhindert. Die Infektionsraten betrugen 61 Prozent (Impfstoffarm) und 82 Prozent (Placebo-Arm). Die Schutzwirkung gegen Epidemien könnte deshalb begrenzt sein. Das Ziel der Studie war jedoch die Sicherheit des Impfstoffes zu untersuchen. Außer einer leichten Verstopfung der Nase, einem Schnupfen und Niesen (die aber in gleicher Häufigkeit im Placebo-Arm auftraten), wurden keine Nebenwirkungen bemerkt.

Der Impfstoff scheint deshalb sicher zu sein, und die Forscher hoffen auf eine stärkere Wirkung eines intramuskulären Impfstoffes, der gegen zwei unterschiedliche Stämme aktiv ist, während der aktuelle Impfstoff nur vor einem Genotyp schützt. © rme/aerzteblatt.de

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