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Lob für die Arbeit der KBV

Freitag, 9. Dezember 2011

Berlin Harmonischer als in vielen Jahren zuvor haben die Delegierten der Vertreter­versammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am Freitag die zurück­liegende politische Entwicklung diskutiert. Für seinen Bericht erhielt KBV-Vorstand Andreas Köhler viel Zustimmung. Die zufriedene Stimmung war aber nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Vertragsärzte und Psychologischen Psychotherapeuten im Fall des  GKV-Versorgungsstrukturgesetzes (VStG) mehr ihrer Forderungen durchsetzen konnten als in zurückliegenden Gesetzgebungsverfahren. 

„Ich habe es noch nie erlebt, dass die KBV derart detailreich und konstruktiv auf ein Gesetz hat einwirken können“, befand Walter Plassmann, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV)Hamburg. Er hielt es nicht für falsch, in Zukunft zur Diskussion um Finanzierungs- und weitere Systemfragen beizutragen, warnte mit Blick auf ein Konzept der Grund- und Wahlleistungen aber: „Wir werden um jede Wahlleistung streiten, ob es eine sein soll oder nicht.“

Angelika Haus, Delegierte der KV Nordrhein, ging auf den neuen Bereich der ambulanten spezial­fachärztlichen Versorgung (ASV) ein. Dies sei sicher ein Feld, dass die Niedergelassenen nutzen sollten, sagte sie, aber: „Die Verzahnung sehe ich nicht.“

Diese könne höchstens entstehen, wenn Medizinische Versorgungszentren an Krankenhäusern ASV-Leistungen erbringen würden. Haus appellierte zudem an ihre Kollegen, sich weiter um Konvergenzregelungen zu bemühen. Bekanntlich sieht das VStG keine Angleichung der Honorarunterschiede zwischen den KVen vor. 

Sicher habe man sich beim VStG mit den eigenen Positionen vergleichsweise gut durchgesetzt, räumte auch Werner Baumgärtner ein, Delegierter der KV Baden-Württemberg. Als einen kritischen Punkt bezeichnete er es aber, dass nach wie vor keine festen Preise im gesamten Honorarsystem vorgesehen seien. Deshalb würden sich ja viele Kollegen sorgen, dass die Bezahlung für den ASV-Bereich zulasten der anderen gehen könne.

Burkhard John, Vorstand der KV Sachsen-Anhalt, unterstützte KBV-Vorstand Köhler darin, sich umfassend mit vernünftigen Strukturen der Versorgung auseinanderzusetzen. „Die kleine Einzelpraxis mit zwei Helferinnen ist ein Modell des vergangenen Jahrhunderts“, betonte John. „Wir brauchen Teamstrukturen.“ Er sprach sich deshalb auch für Modellvorhaben aus, wie sie der Gemeinsame Bundesausschuss gerade beschlossen hat. John sieht darin eine Chance, gerade für Arztpraxen.

Sie können seiner Meinung nach zeigen, dass sie teamorientierte Ansätze umsetzen können, ohne dass konkurrierende Einheiten und problematische Schnittstellen entstehen. „Der Gedanke, wir müssten als Ärzte immer alles selbst machen, ist falsch“, ergänzte John. Manche Kollegen wie zum Beispiel die Diabetologen delegierten doch längst Aufgaben an Assistentinnen. © hil/aerzteblatt.de

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