Hochschulen

bvmd kritisiert Begriffsverwirrung bei der Sterbebegleitung

Montag, 12. Dezember 2011

Dresden/Köln – Die Begriffe und Regelungen rund um die ärztliche Sterbebegleitung sind unübersichtlich. Das führt nach Auffassung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) dazu, dass viele Ärzte nicht wissen, welche Maßnahmen erlaubt sind und an welcher Stelle sie die Grenze zur Illegalität überschreiten. Die bvmd spricht sich daher für eine leicht verständliche, eindeutige und einheitlich zu verwendende Terminologie aus.

Folgende Definitionen in Anlehnung an die Stellungnahme „Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende“ des Nationalen Ethikrates (2006) hält die bvmd für sinnvoll:

Anzeige

„Unterstützung des natürlichen Sterbeprozesses“ meint die bisherige „passive Sterbehilfe“, also den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen, aber auch deren aktive Beendigung, unter der Voraussetzung, dass entweder keine medizinische Indikation mehr besteht oder man durch die passive Sterbehilfe dem ausdrücklichen oder mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht.

„Symptomlinderung am Lebensende“ meint die bisherige „indirekte Sterbehilfe“, zu der auch die „palliative /terminale Sedierung“ zählt. Sie erlaubt es dem Arzt, zur Bekämpfung ansonsten unerträglicher Symptome in Kauf zu nehmen, dass durch therapeutische Maßnahmen der Sterbeprozess möglicherweise beschleunigt wird. Ziel des ärztlichen Handelns ist hier jedoch nie die Tötung des Patienten, sondern die Linderung unerträglichen Leides.

Zur illegalen Sterbehilfe gehört die „Tötung auf Verlangen“. Diese meint „das bewusste, aktive ärztliche Eingreifen in menschliches Leben, mit dem Ziel es zu beenden, also den Patienten zu töten. Ebenso illegal ist der „ärztlich assistierte Suizid“, also „die Schaffung von Rahmenbedingungen unter denen ein Mensch seinem Leben selbst ein Ende setzen kann“. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

2.612 News Hochschulen

Nachrichten zum Thema

07.07.16
Tötung auf Verlangen und ärztlich assistierter Suizid: Trotz zunehmender Legalisierung eher selten
Immer mehr Länder legalisieren die Tötung auf Verlangen – in anderen Ländern auch als “Euthanasie“ bezeichnet – und den ärztlich assistierten Suizid. Dennoch werden diese beiden Formen der Sterbehilfe......
13.06.16
Hamburg – Dem Hamburger Sterbehelfer Roger Kusch bleibt der Gang vors Gericht erspart. Im Zusammenhang mit der Sterbehilfe für zwei über 80-jährige Frauen in Hamburg ließ das Oberlandesgericht die......
25.05.16
Mehrheit der Australier für Legalisierung der Sterbehilfe
Sydney – Eine große Mehrheit der Australier befürwortet eine Legalisierung der Sterbehilfe. 75 Prozent der Befragten stimmten laut der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Senders ABC der Aussage......
27.04.16
Amsterdam – In den Niederlanden haben im vergangenen Jahr mehr Demenz-Patienten aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen. Unter den 5.516 Menschen, die 2015 aktive Sterbehilfe erhielten, seien 109......
04.04.16
Brüssel – Der ehemalige belgische Außenminister Steven Vanackere hat eine öffentliche Debatte über Sterbehilfe gefordert. Das Gesetz zur aktiven Sterbehilfe in Belgien sei "fehlerhaft", sagte......
11.02.16
Niederlande: Sterbehilfe aus psychiatrischen Gründen
Bethesda – In den Niederlanden ist die Sterbehilfe auch bei organisch gesunden Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen erlaubt. Bioethiker aus den USA äußern nach einer Auswertung von Fallberichten......
08.01.16
Karlsruhe – Das seit Dezember geltende Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung bleibt weiterhin in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht hat den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige