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Wie Kinder mehr Gemüse essen

Dienstag, 13. Dezember 2011

Philadelphia – Immer wieder taucht die Frage auf, warum viele Kinder nur ungern und selten freiwillig Gemüse essen.

Wissenschaftler um Jennifer Orlet Fisher von dem Temple‘ s Center for Obesity and Research haben jetzt heraus­gefunden, dass das Ablehnen von Gemüse womöglich an der Sensitivität gegenüber Bitter­stoffen liegen könnte. Bei etwa 70 Prozent der Kinder in ihrer Studie lag diese Sensitivität vor. Die Forscher veröffent­lichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Journal of the American Dietetic Association (doi:10.1016/j.jada.2011.08.032).

Die Abneigung gegenüber bitteren Lebensmitteln wird von dem so genannten TAS2R38-Gen beeinflusst. Um herauszufinden, welche Studienteilnehmer eine Hypersensitivität gegenüber Bitterstoffen hatten, bekamen die Kinder in ansteigenden Konzentrationen jeweils Getränke mit 6-n-Propylthiouracil vorgesetzt.

Die Bitterstoffe entsprachen dabei denen in Gemüsepflanzen. Nach jeder Tasse fragten die Wissenschaftler, ob der Inhalt bitter geschmeckt habe. Bei etwa 70 Prozent der Kinder lag eine Hypersensitivität gegenüber dem Bitterstoff vor.

Die Wissenschaftler beobachteten 152 Vorschulkinder, denen zwei Mal pro Woche, in sieben aufeinanderfolgenden Wochen, Brokkoli vorgesetzt wurde. Der Brokkoli wurde entweder ohne Dip, mit einem Salatdressing, mit einem fettarmen Dressing oder aber mit einer Mischung aus Salat- und fettarmem Dressing gereicht.

Es zeigte sich, dass das Hinzufügen eines Dressings, bei Kindern mit einer erhöhten Sensitivität für Bitterstoffe, das Essen von Brokkoli um etwa 80 Prozent erhöhen konnte. Die Forscher testeten dabei fettarme und fettreiche Dressings und konnten zwischen diesen beiden Formen keine Unterschiede ausmachen.

In ihrer Studie konnten Fisher und Kollegen zeigen, dass das Hinzufügen eines Dips die Kinder dazu brachte mehr Gemüse zu essen.

Die Wissenschaftler erklärten zwar, dass allein das häufige Anbieten von Gemüse den Gemüseverzehr bei Kindern erhöhe. Fettarme Dips wären aber für Kinder mit einer erhöhten Sensitivität für Bitterstoffe effektiver. Dabei müssten die Dressings nicht einmal fett- und salzreich sein, sondern auch Produkte wie Apfelmus oder fettarmer Joghurt kämen infrage.

Die Wissenschaftler rieten abschließend Eltern und Erziehungsberechtigten von Kindern, die nur ungern Gemüse essen, einen Dip anzubieten. Zwar könnten die Eltern nicht feststellen, ob ihr Kind zu den Kindern mit einer Hypersensitivität gegenüber Bitterstoffen gehöre, jedoch würden sie ihren Kindern so den Gemüseverzehr erleichtern. © hil/aerzteblatt.de

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kajo74
am Freitag, 24. Februar 2012, 13:24

Wenig hilfreich

Als junge Mutter war ich eigentlich auf der Suche nach wertvollen Tipps, da meine Tochter jegliches Gemüse verweigert. Das macht mich wahnsinnig, da ich sehr darauf bedacht bin das sie sich gesund ernährt. Wie aussagekräftig diese Studie auch immer sein mag, meine Vorkommentierer sind aber echt beleidigent.
Ich bin als gute Köchin bekannt und bereite auch alles nur aus frischen Zutaten zu. Mein Gewürzregal ist eigentlich ein Schrank. Wenn gefordert könnte ich ein indisches Curry aus dem Stand zaubern, auch der Curry ist dann selbstgemischt, bei Bedarf. Das Gemüseproblem bekomme ich aber nicht gelöst. Möhren dünste ich immer in heller Butter an mit einem Kleks Honig und ner Brise Salz. Dann mit Stärke und Sahne andicken, Petersilie gehackt drüber. Meine Tochter rührts nicht an.
Unsere Versuche:
Gemüse pürieren - funktioniert nicht wird nicht angerührt
Gemüse versüssen - mit ein bisschen Zucker (Omas Tipp) nein iss nicht.
Butter dran, nönö
Belohnung versprechen, nur ein zwei Happse.
Was die Kleine mag, Nudeln mit Soße ( ist aber kein Gemüse), Pommes klar, Gurkensalat, oder Blattsalat. Sobald die Konsistenz fester wird, wird aber abgelehnt. Also Möhren, Blumenkohl, Bohnen, Erbsen, Mais, Kohlrabi etc. Sie mochte ja mal Champinons gerne- inzwischen werden auch die abgelehnt.
Tja, Oma weiß auch nicht weiter...
Das mit dem Dip könnte ich mal versuchen, dann aber selbstgemacht mit Jogurth, Kräutern und etwas Honig vielleicht..?
Die Ursache für die Verweigerung wüsste ich auch gerne. Aber schlecht gekocht ist nicht die Ursache! Das machen Sie sich zu einfach....
k0ph
am Mittwoch, 14. Dezember 2011, 13:54

Symptombehandlung als Erfolg

Muss meinem Vorredner Herrn Nitschke uneingeschränkt beipflichten.

Dieser Artikel ist ein Armutszeugnis. Wenn auch kein überraschendes. Hier wird - wie so häufig - ein Symptom (Kindern schmeckt das Gemüse nicht) behandelt. Statt die Symptomursache (Wissenschaftler/Eltern können offensichtlich nicht (mehr) kochen) anzugehen.

Der Lösungsansatz lautet: Dip.

Aha. Und wenn dann irgendwann der Dip nicht mehr schmeckt? Gibt es dann einen Dip für den Dip?

Analog dazu fällt mir, ein wahlloses, Beispiel ein: Jemand hat Bluthochdruck. Geht zum Arzt. Dieser erkennt das Symptom. Verschreibt Blutdrucksenker. Dies hilft eventuell bei 2/3 der Patienten (analog zu 80% der Kinder schmeckte das Gemüse mit Dip besser). Das wird dann als "Erfolg" deklariert.

Irgendwann hilft das Medikament (Dip) vielleicht nicht mehr, dann gibts weitere/andere Medikamente (Dips).

Auf die Idee, die Ursache des Bluthochdrucks anzugehen (z.B. Lebens- und Ernährungsgwohnheitenl bzw. in dieser Studie die Kochkunst) kommt in diesem "Gesundheits"sytem auch keiner. Aus welchen Gründen sei jetzt mal dahin gestellt.

Statt sich auf die einfachsten Dinge wie Kochen zu besinnen, werden Mittel im Außen zugekauft (Medikamente, Dips) um den Status Quo zu erhalten. Der ja schon miserabel genug ist. Und von solchen "bahnbrechenden Studien" profitiert nur eine Gruppe: Die Hersteller der Dips.
Markus Nitschke
am Dienstag, 13. Dezember 2011, 22:19

Kochen können

Wie armseelig muß das Essen geschmeckt haben, dass die Kinder vorgesetzt bekommen haben, und was soll bitte das mit dem "Dip"? Mensa meets McDonald's?
Wie wäre es damit, das Essen ordentlich zuzubereiten, denn blachierten und gedünsteten Brokkoli in ausgelassener Butter zu schwenken und mit gerösteten Mandelsplittern zu bestreuen? Oder in einem Auflauf mit Kartoffeln und Kürbis zu überbacken und richtig zu würzen. Bei mir essen Kinder lieber die aus Zwiebeln und Tomaten hergestellte frische Soße zu den Nudeln, als sich darauf Ketchup zu tun.

Diese Studie nehme ich nichtmal als wissenschaftlichen Dip ernst ...

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