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Weniger Alkoholmissbrauch bei Kindern

Dienstag, 13. Dezember 2011

Wiesbaden – Wegen übermäßigen Alkoholkonsums sind im vergangenen Jahr weniger Kinder im Krankenhaus aufgenommen worden. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stieg die Zahl dagegen, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte. Alkohol war, auch was Erwachsene betrifft, 2010 die zweithäufigste Ursache für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland, an erster Stelle lag Herzinsuffizienz.

Die Zahl der behandelten Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren ging im Vergleich zu 2009 von 4.330 auf 4.088 zurück, das entspricht einem Rückgang um 5,5 Prozent je 100.000 Einwohner. Am deutlichsten verringerte sich die Zahl betrunkener Jungen (minus 7,3 Prozent). Bei den 15- bis 20-Jährigen hingegen erhöhte sich die Zahl derer, die wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden mussten, um 2,9 Prozent.

Insgesamt wurden knapp 26.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt. 2009 waren es noch 26.400. Die Zahl sei immer noch viel zu hoch, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans.

„Der Trend zum Rauschtrinken bei einem Teil der jungen Menschen besteht weiterhin.“ Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, sagte, bei der Prävention müsse immer in längeren Zeiträumen gedacht werden, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu erreichen. „Eine besondere Herausforderung dabei ist, dass Alkohol in Deutschland gesellschaftlich akzeptiert ist.“

Etwas mehr Krankenhauspatienten als 2009
Auch bei Erwachsenen führte Alkoholkonsum häufig zu einem Krankenhausaufenthalt. Wegen psychischer und Verhaltensstörungen infolge von Alkohol wurden 2010 knapp 334.000 Menschen stationär aufgenommen. „Wir haben ein gesellschaftliches Problem mit dem riskanten und missbräuchlichen Alkoholkonsum“, erklärte dazu Dyckmans.

Häufiger wurden nur Menschen wegen Herzinsuffizienz in Kliniken eingeliefert (gut 370.000 Fälle). An dritter Stelle erfolgte die Herzerkrankung Angina pectoris (gut 255.000 Fälle). Insgesamt wurden knapp 18,5 Millionen Menschen stationär in Krankenhäusern behandelt, etwas mehr als im Jahr 2009. Davon waren 53 Prozent Frauen und 47 Prozent Männer. Das Durchschnittsalter der Behandelten lag bei 54 Jahren.

Durchschnittlich blieben die Patienten 7,9 Tage im Krankenhaus, etwas kürzer als 2009 (8,0 Tage). Im Jahr 2000 hatte die Durchschnittsverweildauer noch bei 9,7 Tagen gelegen. © dapd/aerzteblatt.de

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