Vermischtes

Immer mehr ältere Menschen sind mangelernährt

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Düsseldorf – Immer mehr ältere Menschen mit Mangelernährung werden in der Klinik behandelt: Binnen zwei Jahren erhöhte sich die Zahl der Betroffenen um 53 Prozent, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung der Krankenkasse DAK ergab. Im Durchschnitt waren die Patienten 70 Jahre alt. Ein Grund ist nach Ansicht von Experten das Essverhalten von Senioren: So leiden viele an Appetitlosigkeit und verzichten auf regelmäßige Mahlzeiten.

2010 wurden den Angaben zufolge bei der DAK fast 17.100 Krankenhausbehandlungen mit der Diagnose Mangelernährung abgerechnet. 2008 waren es rund 11.170 Fälle. Für dieses Jahr erwartet die Krankenkasse, mit 6,6 Millionen Versicherten die drittgrößte in Deutschland, mehr als 21.000 Betroffene.

Bei den meisten sei ein Eiweiß- oder Vitaminmangel festgestellt worden, hieß es. Die Mangelernährung sei in der Regel aufgefallen, wenn in der Klinik andere Erkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche oder ein Oberschenkelhalsbruch behandelt worden seien. Der Statistik zufolge waren deutlich mehr Frauen als Männer betroffen.

Die DAK rechnet allein in diesem Jahr mit Mehrausgaben von bis zu 60 Millionen Euro, die durch Mangelerkrankungen verursacht wurden. Diese Diagnose verteuere einen Krankenhausaufenthalt im Durchschnitt um 3.000 Euro, hieß es.

„Dabei könnte diese Krankheit in vielen Fällen einfach vermieden werden, wenn Betroffene und ihre Familien erste Alarmsignale mehr beachten und schneller darauf reagieren würden“, sagte der DAK-Krankenhausexperte Peter Rowohlt.

Appetitlosigkeit und weniger Durst
Die Deutsche Seniorenliga geht davon aus, dass bundesweit fast jeder zwölfte der über 60-Jährigen unter chronischer Mangelernährung leidet. Fehlt dem Körper ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen, kann der Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten.

Als Ursache nennt der Verband veränderte Ernährungsgewohnheiten älterer Menschen. Die Geschmackswahrnehmung verringere sich, was oft dazu führe, dass viele Senioren süße Speisen bevorzugten. Sie griffen dann lieber zum Marmeladenbrötchen und Pudding statt zu Salat und Vollkornbrot.

Zudem lasse das Appetit- und Durstempfinden nach, dazu trage bei, dass ältere Menschen häufig an Kau- und Schluckbeschwerden litten. Als Folge von Krankheit und Schmerzen vernachlässigten Senioren auch immer wieder regelmäßige Mahlzeiten.

Die DAK empfiehlt eine Ernährung reich an Vollmilch und Milchprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sowie Fisch und Fleisch. Da viele ältere Menschen unter Appetitlosigkeit litten, seien mehrere kleine Zwischenmahlzeiten sinnvoll. © dapd/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

helferchen
am Mittwoch, 14. Dezember 2011, 23:13

an wem wenden?

ich habe letztes Jahr meinen 66 Jahre alten Vater zu den Ärzten gefahren und keiner hat es für nötig gehalten in in die Klinik einzuweisen. Er ist quasi verhungert. Ich konnte nicht täglich bei ihm sein und ihn zwingen zu essen! Ich habe ihm z.T. essen vorbeigebracht aber den Menüservice lehnte er stets ab. An wen hätte ich mich den wenden sollen? Irgendwann war er so ausgemergelt, dass sein Herz einfach aufhörte zu schlagen. Wo bekommen angehörige den Hilfe???
5.000 News Vermischtes

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige