Brüssel will „Pflegeabitur" für Hebammen und Krankenpfleger
Montag, 19. Dezember 2011
dpa
Brüssel – Krankenpfleger, Krankenschwestern und Hebammen in Deutschland sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig zwölf Jahre zur Schule gehen müssen.
Die Mindestanforderungen für die Ausbildung seien aktualisiert worden, um „der Weiterentwicklung dieser Berufe und der Ausbildung in diesen Bereichen Rechnung zu tragen“, begründete die Brüsseler Behörde heute diesen Vorstoß. Bisher sind für diese Berufsgruppen in Deutschland zehn Schuljahre Pflicht.
Die EU-Kommission will mit der Aktualisierung der Richtlinie für Berufsqualifikationen Arbeitnehmern die Stellensuche in ganz Europa erleichtern und so „Lücken beim Arbeitskräftemangel“ schließen. Ziel sind demnach größere Mobilität der Berufstätigen und eine problemlose europaweite Anerkennung von Qualifikationen. In Deutschland stößt der Vorstoß aus Brüssel hinsichtlich des „Pflegeabiturs“ jedoch auf Kritik.
„Ein mittlerer Bildungsabschluss muss auch weiterhin den Zugang zu pflegerischen Berufen und zur Hebammenausbildung eröffnen", forderte der hessische Sozialminister und amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Stefan Grüttner.
„Dieser Vorschlag wird den Fachkräftemangel verstärken, außerdem hat Deutschland bisher gute Erfahrungen damit gemacht, bei der Ausbildung für Krankenpflegekräfte und Hebammen eine zehnjährige allgemeine Schulbildung vorauszusetzen.“
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.