5.231 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Streit um Chronikerziffern in Hessen

Montag, 19. Dezember 2011

Frankfurt/M. – Die Abrechnung von sogenannten Chronikerziffern beanstandet die Barmer GEK in Hessen. Das berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes. Diese Ziffern sind in der Gebührenordnung vorgesehen, um den Mehraufwand bei der Behandlung von Chronikern zu vergüten. Laut KV stellt die Barmer GEK deren rechtmäßige Abrechnung jetzt infrage und fordert von hessischen Hausärzten rund fünf Millionen Euro zurück.

Die Landesvertretung Hessen der Barmer GEK bestätigte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt die Diskussion, allerdings sei die Summe von fünf Millionen nicht gesichert. Im Kern gehe es um eine korrekte Abrechnung von Chronikern. Die Betreuungssituation der Patienten werde sich daurch keineswegs verschlechtern oder auch nur verändern, hieß es von der Kasse.

„Was sich nach einem banalen Streit um die richtige Rechtsauffassung anhört, ist in Wirklichkeit viel mehr und hat für die Betroffenen ernste Konsequenzen“, sagten die KV-Vorsitzenden Frank-Rüdiger Zimmeck und Gerd Zimmermann. Die nun im Raum stehenden Rückforderungen in Höhe von rund fünf Millionen Euro gefährdeten zahlreiche hessische Hausarztpraxen existenziell.

Außerdem gerate damit die wichtige Behandlung der chronisch Kranken in Gefahr. „Setzt sich die Barmer mit ihrer Rechtsauffassung durch, werden sich nur noch schwer hessische Hausärzte finden lassen, die bereit sind, die zeitintensive Behandlung der chronisch Kranken zu übernehmen“, so die beiden Vorstände.

Das Verhalten der Barmer sei außerdem wenig geeignet, Ärzte zur Niederlassung zu bewegen. „Die Kasse erweist damit ihren Versicherten und vor allem den chronisch kranken Patienten einen Bärendienst“, so Zimmeck und Zimmermann. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
5.231 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

16.05.13
Köln – Das Chronikerprogramm (Disease Management Programm, DMP) zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entspricht im Wesentlichen den Empfehlungen der aktuellen Leitlinien. Diskrepanzen...
18.12.12
Düsseldorf – Ein positives Fazit der Chronikerprogramme (Disease-Management-Programme, DMP) haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo), die nordrheinischen Krankenkassen sowie die...
27.11.12
Berlin – Patienten, die über längere Zeit am DMP-(Disease-Management-Programm) Asthma teilnehmen, haben ihre Erkrankung besser unter Kontrolle und müssen seltener deswegen ins Krankenhaus. Das ist das...
27.04.12
Düsseldorf – Chronisch Kranke profitieren von der koordinierten Betreuung im Rahmen eines Chronikerprogramms (Disease Management Programm, DMP). Zu diesem Ergebnis kommt der gerade erschienene...
16.02.12
Köln – Das Modul „Herzinsuffizienz“ im Disease-Management-Programm (DMP) Koronare Herzkrankheit (KHK) entspricht im Wesentlichen dem Stand der medizinischen Wissenschaft. Das berichtet das Institut...
03.01.12
Nur geringe Änderungen am Diabetes-Chroniker­programm nötig
Köln – Das Chronikerprogramm (Disease-Management-Programms, DMP) zu Diabetes mellitus Typ 2 muss an keiner Stelle dringend überarbeitet werden. Allerdings gibt es verschiedene Aspekte, die ergänzt und...
28.09.11
Berlin – Die Vereinigung diabetesDE hat zusammen mit dem Deutschen Diabetiker Bund (DDB) und Berufsverbänden auf die Kritik an Disease-Management-Programmen (DMP) reagiert. Auf einem Fachkongress...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

prister
am Dienstag, 20. Dezember 2011, 17:16

Chroniker in meiner Praxis

In meiner Praxis:

- 03212-Patienten kommen zwischen 2 und 23-mal im Quartal (4/11) in meine Praxis
- Durchschnittlich 5-mal.

Meine ca 500 03212-Patienten waren im laufenden Quartal über 2500 mal in der Praxis !!!!!

2500 Arzt-Patientenkontakte im Quartal durch weniger als Hälfte aller Patienten.

Etwa ein Drittel davon sind DMP-Pflichtuntersuchungen.

Wenn das der Barmer-GEK nicht passt, dann müssen wir das ganze System ändern.

Fangen wir an mit der vollständiger übernahme der Fixen und variablen Praxiskosten durch die Kassen.
Danach verhandeln wir über die Bezahlung ärztlicher Arbeit - aber richtig.

Es ist wirklich kein Wunder, dass sich kein intelligenter Ärzt mehr niederlassen will.

Dr.Univ.Zag.
Z. Prister
Papierlose Hausarztpraxis
Keine Wartezeiten
Immer ohne Termin
Prozessoptimiert
Effizienz und Versorgungsqualität
www.prister.de

ede65
am Dienstag, 20. Dezember 2011, 13:28

Formfehler

Hier scheint der einzige Fehler zu sein, dass ein Arzt seine Patienten versorgen will!
Die ganze Sache muss auf der Ebene der Leistungsempfänger eskaliert werden.
Jeder Chroniker bekommt einen Vordruck, den er sich von seiner Kasse abzeichnen lässt, die damit die Übernahme der Kosten zusichert und von Regressen absieht.
Des weiteren wird jedem Patient ein Rechnung ausgestellt, aus der hervorgeht, was der Arzt berechnet. Dies ist mit der Praxissoftware kein Problem. Damit ist Transparenz gewährleistet und die Leistungsempfänger sehen was sie kosten.
Zu guterletzt muss die KV endlich dazu gebracht werden, Ihre Arbeit zu machen und dies ist ausschließlich die Interessenvertretung der Kassenärzte. Wer bezahlt bestellt!
kupfer2
am Montag, 19. Dezember 2011, 21:34

BARMER GEK sucht Streit mit den Ärzten

Auch auf anderen Gebieten sucht die BARMER GEK zur Zeit regelrecht Streit mit den Ärzten. Ich darf im Rahmen einer Schmerztherapie einen "Individualregress" und damit die kompletten Kosten der Schmerztherapie bezahlen, weil ich bei der Verordnung einen Formfehler begangen habe. Mein Nachweis, dass die Patientin medizinisch gut versorgt war UND gleichzeitig der BARMER GEK absolut KEIN wirtschaftlicher Schaden (keine Mehrkosten o.ä.) entstanden war, wurde zwar anerkannt, führte aber nicht zum Aussetzen des Regesses, sondern trotzdem zum Vollzug. In der Begründung wurde angeführt, dass es ums Prinzip gehe, und schließlich hatte ich bei der Verordnung einen Formfehler begangen ...

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in