Streit um Chronikerziffern in Hessen
Montag, 19. Dezember 2011
Frankfurt/M. – Die Abrechnung von sogenannten Chronikerziffern beanstandet die Barmer GEK in Hessen. Das berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes. Diese Ziffern sind in der Gebührenordnung vorgesehen, um den Mehraufwand bei der Behandlung von Chronikern zu vergüten. Laut KV stellt die Barmer GEK deren rechtmäßige Abrechnung jetzt infrage und fordert von hessischen Hausärzten rund fünf Millionen Euro zurück.
Die Landesvertretung Hessen der Barmer GEK bestätigte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt die Diskussion, allerdings sei die Summe von fünf Millionen nicht gesichert. Im Kern gehe es um eine korrekte Abrechnung von Chronikern. Die Betreuungssituation der Patienten werde sich daurch keineswegs verschlechtern oder auch nur verändern, hieß es von der Kasse.
„Was sich nach einem banalen Streit um die richtige Rechtsauffassung anhört, ist in Wirklichkeit viel mehr und hat für die Betroffenen ernste Konsequenzen“, sagten die KV-Vorsitzenden Frank-Rüdiger Zimmeck und Gerd Zimmermann. Die nun im Raum stehenden Rückforderungen in Höhe von rund fünf Millionen Euro gefährdeten zahlreiche hessische Hausarztpraxen existenziell.
Außerdem gerate damit die wichtige Behandlung der chronisch Kranken in Gefahr. „Setzt sich die Barmer mit ihrer Rechtsauffassung durch, werden sich nur noch schwer hessische Hausärzte finden lassen, die bereit sind, die zeitintensive Behandlung der chronisch Kranken zu übernehmen“, so die beiden Vorstände.
Das Verhalten der Barmer sei außerdem wenig geeignet, Ärzte zur Niederlassung zu bewegen. „Die Kasse erweist damit ihren Versicherten und vor allem den chronisch kranken Patienten einen Bärendienst“, so Zimmeck und Zimmermann. © hil/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.